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Pferde Poesie 2.4

Pferde-Poesie

– Seite 4

Lieber alles

Soldat sein ist gefährlich,
Studieren sehr beschwerlich,
Das Dichten gar possierlich
In diesen wilden Zeiten.
Ich möcht am liebsten reiten,
Ein gutes Schwert zur Seiten,
Die Laute in der Rechten,
Studentenherz zum Fechten.
Ein wildes Roß ist’s Leben,
Die Hufe Funken geben,
Wer’s ehrlich wagt, Bezwingt es,
Und wo es tritt, da klingt es!

(Joseph von Eichendorff) eingesandt von Dana aus Essen

Ritt im Mondschein

Herz zum Herzen ist nicht weit
Unter lichten Sternen,
Und das Aug’, von Tau geweiht,
Blickt zu lieben Fernen;
Unterm Hufschlag klingt die Welt,
Und die Himmel schweigen,
Zwischen beiden mir gesellt
Will der Mond sich zeigen.

Zeigt sich heut in roter Glut
An dem Erdenrande,
Gleich als ob mit heißem Blut
Er auf Erden lande,
Doch nun flieht er scheu empor,
Glänzt in reinem Lichte,
Und ich scheue mich auch vor
Seinem angesichte.

(Achim von Arnim) eingesandt von Dana aus Essen

Die Dressurarbeit bedeutet für jede Art von Reiterei,
Außer der rennmäßigen, dasselbe, wie die Grammatik für die Sprache.

(Waldemar Seunig) eingesandt von Dana aus Essen

Pferd am Baum

Man fährt im Zug vorbei
an Häusern, Bach unde Steg,
an einem hellen Weg,
an mancherlei.

Ein Pferd steht still am Baum,
Schjaut sich die Gräser an.
Denkt es an Löwen zahn?
Steht wie im Traum.

Ein Pferd zur Mittagszeit.
Was hat es früh gemacht?
Was tut es in der Nacht?
Und wenn es schneit?

Die Welt verändert sich.
Die Bilder zählen kaum.
Das stille Pferd am Baum
bleibt so für mich.

(Gina Ruck-Pauquet) eingesandt von Dana aus Essen

Japanischer Holzschnitt

Ein rosa Pferd,
Gezäumt und gesattelt-
für wen?

Wie nah der Reiter auch sei,
er bleibt verborgen.

Komm du für ihn,
tritt in das Bild ein
und ergreif die Zügel!

(Günter Eich) eingesandt von Dana aus Essen

Wie man einschlafen kann

Dein Kissen ist weiß-blau gewürfelt:
ein Würfel Wolke ein Würfel Himmel
Und wenn du die Augen schließt,
ist es ein Schimmel

Und wenn du ihn fest um den Hals faßt
und schmiegst dich an sein Fell
und wartest bis ein Traum kommt-
trägt er dich von der Stell

(Reiner Kunze) eingesandt von Dana aus Essen

Freisinn

Laßt mich nur auf meinem sattel gelten!
Bleibt in euren Hütten, euren Zelten!
Und ich reite froh in alle Ferne,
Über meiner Mütze nur die Sterne.

Er hat euch die Gestirne gesetzt
Als Leiter zu Land und See,
Damit ihr euch daran ergetzt,
Stets blickend in die Höh.

(Johann Wolfgang von Goethe) eingesandt von Dana aus Essen

Es gibt weder Feindschaft, Neid, Politik
noch Krieg unter Pferden.
Freude tragen sie mit Stolz
und Armut mit Geduld.
Sie dienen den Reichen wie Armen
ohne Unterschied.
Sie leben in jedem Erdteil,
unter allen Völkern
als von Gott dem Menschen geschenkte
Diener und Gefährten.

(Aus dem Buch: “Die Pferde mit der Elchschaufel – Das Schicksal der Trakehner”) eingesandt von Simone Kremmer

Sagitta – ein ostpreußischer Reitertraum

Geenrtet sind die Felder,
die Lüfte wie Kristall.
Grün, rot und goldene Wälder
und leiser Blätterfall. -
Das Wiehern junger Pferde
klingt wie Fanfarenlaut.
Streng duftet heut’ die Erde
nach herbstlich welkem Kraut.

Zu einer Eiche Füßen
ein Reiter einsam ruht.
Seine Gedanken grüßen
das ferne Heimatgut,
grüßen die edlen Pferde,
der Kameraden Zahl,
diee in der fremden Erde
schlummern. Es war einmal…

Der Reiter legt sich nieder,
sein Herz ist schwer und müd’.
Er summt das Lied der Lieder:
Ostpreußens Reiterlied.
Und wie ein Kind vom Weinen
Schließt er die Augen sacht,
von grün und goldenen Hainen
träumt er und Roter Jagd.

Ein fernes Stampfen, Dröhnen
Schwillt an zum Donnerchor,
mit hellen Hörnertönen
bricht’s aus dem Wald hervor.
Das Läuten klingt der Meute
wie lauter Jubelruf
wie Trommelwirbel heute
das Feld vom Pferdehuf.

In edlem Übermute
Sagitta sprengt voran.
Gold glänzt das Haar der Stute,
es jauchzt der Reitersmann.
Die roten Räcke leuchten
im klaren Sonnenschein,
der Herbsttau perlt im feuchten
Gras wie Champagnerwein.

Jetzt der Trakehner Graben
schon blieb er weit zurück,
und bald erreicht sie haben
das graue Koppelrick.-
Das Rick wächst hoch udn höher,
dahinter gähnt ein Grab.
Das Feld jagt nah und näher,
die Ersten setzen ab…

Sagitta stürumt zum Himmel
zu Sankt Hubertus Schloß,
dicht folget das Getümmel
von Meute, Mann und Roß.
Halali! tänt ganz ferne
und weich ein Hörnerklang
die frühen Abendsterne
die flüstern: Waidmannsdank!

Der Reiter hebt vom Schlummer
sich unterm Eichenbaum
Verflogen ist sein Kummer
nach diesem Reitertraum.
Er weiß: sie reiten droben
genau wie auf der Erd’,
zu ewigem Ruhm erhoben,
der Reiter udn sein Pferd!

(Aus dem Buch: “Die Pferde mit der Elchschaufel – Das Schicksal der Trakehner”; Dem Andenken meines 1945 bei Danzig gefallenen Pferdes – Botho von Berg) eingesandt von Simone Kremmer

Es gibt weder Feindschaft, Neid, Politik
noch Krieg unter Pferden.
Freude tragen sie mit Stolz
und Armut mit Geduld.
Sie dienen den Reichen wie Armen
ohne Unterschied.
Sie leben in jedem Erdteil,
unter allen Völkern
als von Gott dem Menschen geschenkte
Diener und Gefährten.

(Aus dem Buch: “Die Pferde mit der Elchschaufel – Das Schicksal der Trakehner”) eingesandt von Simone Kremmer

Tödliches Vertrauen

Endlose Stille bei dunkler Nacht,
die Stute über ihre Herde wacht.
Glasklare Augen schauen
ruhig in die Weite,
beruhigende Wärme des Menschen
an ihrer Seite.
Zuerst beunruhigten sie
die Schritte im Gras,
Anspannung aller Muskeln,
die sie am Körper besaß.
Warnendes Schnauben für ihre Herde,
furchtsames Wiehern der
ihr anvertrauten Pferde.
Als Wächter blieb sie bis
zum Schluß stehen
und sah die Mähnen der angstvoll
galoppierenden Pferde wehen.
Sie hatte die Gefahr früh genug erkannt
und wäre bei einem Wolf
wohl auch weggerannt.
Doch die Silhouette eines Menschen
im letzten Licht
fiel bei ihrer Entscheidung ins Gewicht,
gebannt auf ihrem Fleck zu verharren
und neugierig auf den
Menschen zu starren.
Freundlich wiehernd begrüßt sie
den Unbekannten,
sich nicht bewußt, dass die anderen
Pferde um ihr Leben rannten.
Stöbert gierig nach einem Apfel
in den Taschen,
lässt sich hoffnungslos von
ihm überraschen.
Leuchten der Klinge im Mondlicht -
hier spricht die Gewalt, kein Gericht.
Schmerzverzerrte ungläubige Augen,
Instinkte der Natur zu nichts mehr taugen.
Zustechen der Klinge immer wieder,
Zusammenbrechen der alten Glieder.
Den Kopf hebt sie mit letzter Kraft,
aus tiefen Wunden strömt der Lebenssaft.
Instinkte der Natur waren erwacht,
nicht das Raubtier Mensch bedacht.
Letztes Schnauben als Warnung
für ihre Herde,
im Mondlicht wild galoppierende Pferde.
Die Sonne geht strahlend auf
am nächsten Tag,
keiner diese schreckliche Tat
zu verstehen mag.
Stumm steht die Herde
bei ihrem Artgenossen,
ein Pferd hat noch nie
eine Träne vergossen.
Zitternd leidend in endloser Qual,
das Pferd hatte hier keine andere Wahl.
Vertrauen und bedingungslose Treue,
der Täter Mensch kennt keine Reue.

(Reiter Revue (Ausgabe 2/2000, Seite 11), geschrieben von Birgit Hartmann) eingesandt von Jana Lützkendorf

Das größte Glück der Pferde
liegt in der Freiheit der Herde.
In der Freude am Laufen
und am Fressen und Saufen.

(unbekannt) eingesandt von Mahlberg

Reite nur so schnell wie dein Schutzengel fliegen kann.

(unbekannt) eingesandt von SilverPegasos

Unser ganzes Reiterglück
liegt in Mut, in Herz und Blick,
in Gefühl und Verstand,
festem Sitz und leichter Hand.
Habe Sitz und stete Zügel
und mit Fühlung halt den Bügel,
bis es mit dem Mundstück spielt,
Schenckel, Faust und Zügel fühlt,
bis es willig geht und schäumt,
vorwärts ihr gemeinsam träumt!

(unbekannt) eingesandt von Josepha Lorenz

Vollblut

Himmel, was soll mir dein Sonnenwagen,

solange noch über die ewige Erde

heißblütige Pferde

mich und mein wogendes Herz tragen.

(Rudolf G. Binding) eingesandt von FSG

Fritz
Im Pferdestall da wohnt ein kleines Pony,
es heisst nicht etwa Joggeli oder Rony,
nein, es heisst ganz einfach Fritz.
Er ist ein Teufelsbraten, das ist kein Witz.
Doch so nett er manchmal ist,
er will nicht gestört werden wenn er frisst.
Sein Bauchumfang beträgt etwa einen Meter,
er irt ein kleiner Strubelpeter.
Doch reiten kann man den Kleinen nicht,
wir wollen ja nicht dass er zusammenbricht.
Trotzdem haben wir ihn den Kleinen ganz, ganz lieb
und geben ihm niemals einen Peitschenhieb.

(Ritaund Julie) eingesandt von H.U. Schifferli

Vollblut
Dicht geklammert auf rauchende Rücken,
nieder auf die spritzende Mähnen sich bücken,
baden in heißen Fontänen der Nüstern,
nach ihren heißesten Strömen lüstern,
drunten Gewölk und Gewitter der Hufe,
hinten unmächtig zerflatternde Rufe
flehender Winde, zerrissener Stille,
vor mir die Weite, in mir der Wille -
Himmel, was soll mir dein Sonnenwagen,
solange noch über die ewige Erde
heißblütige Pferde
mich und mein wogendes Herz tragen.

(Rudolf G. Binding) eingesandt von Andreas Otto

Sprich mit dem Pferd,
plausche mit ihm wie
mit einem kleinen
Kinde, dann wird
dich das Pferd
verstehen, denn du
wirst darauf achten,
dass deine Gebärden
verständlich seien.

(René Guénon) eingesandt von Maike Christof

Dulde keine unfreundliche Behandlung
des Pferdes von Seiten anderer, am wenigsten
von seinem Wärter.

(Peter Spohr) eingesandt von Maike Christof

Hab also acht, Reiter, auf
dich selbst. Ist dein Pferd
stützig, heftig, ungefügig,
so dürfen wir kecklich die
Behauptung aufstellen,
dir gebricht es an
liebenswürdigem Charakter
und richtiger Methode

(Francois Baucher) eingesandt von Maike Christof

Stoßgebet eines Pferdes
Oh Herr, so gib mir dann und wann einen Reiter der es richtig kann

eingesandt von Daniela Block

Eine millionen Jahre vor unserer Zeit weideten sie auf weiten leerren Prärien,
begleitet von Stimmen die nur sie hören konnten.
Den Menschen lernten sie kenne als Jäger. Lange bevor er begann sie zur
Arbeit einzusetzen hatte er sie ihres Fleisches wegen getötet.
So blieb der Bund mit den Menschen stets zerbrechlich, denn die Furcht, die er in ihren Herzen geweckt hatte saß zu tief.
Seit jenem Moment in der Steinzeit, als dem ersten Pferd ein Halfter angelegt
wurde, gab es unter den Menschen einige die um diese Furcht wussten. Sie
konnten in die Seelen der Tiere schauen und waren in der Lage ihre Schmerzen zu
lindern.
Geheimnissvolle Worte drangen sanft in geschundene Herzen.
Man nannte diese Menschen die Pferdeflüsterer.

(Aus dem Film: Der Pferdeflüsterer) eingesandt von Katrin (für Walaika)

Du weißt noch mehr, was hier hin passen würde? In dem Fall: Mail an Ines!

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