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Araber (Arabisches Vollblut)

Araber-Pferd (Arabisches Vollblut)

Der Araber nimmt eine ganz besondere Position in der Welt der Rassepferde ein. Nicht nur, das seine Zucht als die älteste überhaupt anerkannt ist, er ist auch in vielen Zuchten auf der ganzen Welt mit eingekreuzt. Der eigentliche Ursprung der Araber ist nicht bekannt, doch wurde die Arabische Halbinsel (wo das Pferd schon 5000 Jahre vor Christi Geburt gezüchtet wurde) als Heimatland offiziell anerkannt. Es besteht kein Zweifel, daß die von ihren Pferden begeisterten arabischen Stammesväter es nicht erlaubt haben, daß fremdes Blut in ihre Pferdezucht eingekreuzt wurde. Schon Jahrhunderte vor anderen Zuchten ist die des Arabers entstanden. Das Heimatland forderte vom Pferd Gesundheit, Ausdauer, Stärke, Schnelligkeit und Mut. Diese Eigenschaften wurden von Generation zu Generation weitervererbt.

Das Englische Vollblut wurde vom Arabischen Vollblut begründet und zwar durch die Vererberhengste Darley und Godolphin Arabian und Byerley Turk im 17. und 18. Jahrhundert. Arabische Pferde waren allerdings schon vorher auf dem europäischen Festland bekannt, da sie schon im 7. Jahrhundert von den Mauren über Nordafrika auf die Iberische Halbinsel gebracht wurden. In den folgenden Jahrhunderten verbreitete sich die Zucht über den ganzen Kontinent und spielte eine große Rolle in der Entwicklung fast aller heutigen europäischen Pferderassen. Angefangen beim Russischen Donpferd über den österreichischen Haflinger und den Lipizzaner und sogar das schwere Kaltblutpferd Percheron hat arabisches Blut in sich. Fast alle bodenständigen englischen Ponys sind ebenfalls von den Arabern beeinflußt. Die Spanier brachten die Araber auch nach Amerika, wo sie die dortigen Pferderassen mit beeinflußten, wie etwa das Morgan-Pferd.

Araber-Züchtungen gibt es auf der ganzen Welt

Reingezogene Araber gibt es heute in vielen Gestüten der ganzen Welt, vor allem in Europa (Polen, England, Ungarn, Bundesrepublik Deutschland, Spanien, Frankreich, UdSSR), aber auch in Amerika und Australien. Dadurch sind unterschiedliche Typen entstanden. Der »Wüsten«-Araber oder Ägyptische Araber hat heute noch den berühmten charakteristischen feinen Kopf mit der konkaven Nasenlinie, die trockenen Beine und vor allem die Ausdauer. Andererseits hat er etwas zu kurze Beine und einen zu kurzen Hals.

Die spanischen Araber dagegen haben einen fast geraden Kopf und gerade Schultern; die polnischen (berühmt das Gestüt Janow Podlaski) sehen als Jungtiere etwas einfach aus, entwickeln aber später sehr gute Schultern, Gliedmaßen und eine kräftige Hinterhand.

Das berühmteste Gestüt in Großbritannien ist im Crabbet Park; Gestütsgründer sind Wilfred und Lady Anne Blunt. Sie haben den ganz charakteristischen Crabbet-Typ entwickelt, der mehr Substanz hat als alle anderen Araber und der auch die Grundlage für die Zucht in Amerika und Australien wurde. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es das berühmte Gestüt in Marbach auf der Schwäbischen Alb.

Trotz ihres Einflusses auf viele Zuchten dieser Welt ist der Araber kein ausgesprochenes Sportpferd. Den heutigen Ansprüchen im Springreiten und bei Militarys können reingezogene Araber kaum entsprechen. Allerdings sind sie durch ihre harte Ausdauer (Stamina) wieder die Pferde par excellence für lange Distanzritte. Werden die Araber mit Englischen Vollblütern gekreuzt – das ergibt den Anglo-Araber –, so vereinigen sich alle guten Qualitäten dieser berühmten Zuchten.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: höchstens 160 cm; Durchschnittsgröße bei 147 cm.
  • Farben: Braune, Füchse, Rappen, Schimmel.
  • Kopf: sehr kurz und edel mit konkaver Nasenlinie. Kleines Maul mit besonders sanfter Haut und großen Nüstern. Sehr große Augen, die etwas tiefer im Kopf liegen als bei anderen Pferderassen. Kleine, edle, bewegliche, nach innen geschweifte Ohren. Die konkave Nasenlinie des Arabers ist berühmt, doch ist sie nicht mehr bei allen Individuen vorhanden.
  • Hals: normal lang, gut aufgesetzt, führt in eleganter Kurve zum Kopf ebenso wie in den Brustkorb. Da durch sehr freie Bewegung des Kopfes möglich. Mähne und Schopf von feinem, seidigem Haar.
  • Schultern: schräg, aber nicht so wie beim Englischen VolIblut. Ausgeprägter, aber nicht zu starker Widerrist.
  • Rücken: kurz und leicht konkav. Kräftige Lenden, lange Kruppe.
  • Gebäude: tiefe Brust und große Gurtentiefe.
  • Hinterhand: edel mit hoch aufgesetztem, seidigem Schweif.
  • Gliedmaßen: klar, hart und trocken mit gut ausgeprägten Sehnen. Auch die Hinterbeine kräftig und wohlgeformt.
  • Aktion: schöner, freier Schritt mit viel Bewegung aus der Schulter. Vor allem im Trab kommt die schwebende Vorwärtsbewegung gut zur Geltung.

Quelle Bild: Trescastillos (CC: BY,SA)

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