Appaloosa

appaloosa stallion running in field
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Der Appaloosa – ein Pferd aus Nordamerika

Der Appaloosa gehört zu den Pferden, die aus Nordamerika stammen und stets mit dem Herkunftsland verknüpft werden. Warum? Mit seiner auffälligen Optik entspricht der Appaloosa dem durch viele Western-Filme vermittelten Idealbild des typischen Indianer-Pferdes. Dieses umgängliche und leistungsbereite Pferd mittlerer Größe hat heute jedoch viele Liebhaber und ist auf der gesamten Welt vertreten. Vor allem bei Westernreitern und bei Freizeitreitern ist diese Pferderasse sehr beliebt.

Typisches Merkmal ist die spezielle Scheckung

Der Appaloosa ist vor allem eine Farbzucht. Dabei ist das Zuchtziel ein Pferd mit besonderer Scheckung. Eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale der Appaloosa-Pferde ist deshalb das Fell mit der sehr speziellen Färbung. Aber nicht jedes gefleckte oder gescheckte Pferd ist ein echtes, registriertes Appaloosa-Pferd. Es existieren fünf verschiedene Zuchten, die sich vor allem nach der Fellfärbung orientieren:

1.) Tigerscheck (Leopard-spotted) – eine helle oder weiße Fellfarbe mit Flecken aller möglichen Farben auf dem ganzen Körper (Es können sogar Flecken verschiedener Farben, etwa braun und fuchsfarben, an einem Pferd auftreten).

2.) Schabrackenscheck (Blanket-spotted) – ein weißer Körper (meist nur der Rücken), auf dem verschiedenfarbige Flecken zu sehen sind.

3.) Schneeflockenscheck (Snowflake) – weiße Flecken auf anderer Fellfarbe, nicht jedoch auf Grau.

4.) Marmorscheck (Marble) – am ganzen Körper gesprenkelt.

5.) Frostscheck (Frost) – weiße Flecken auf dunklem Fell.

Appaloosa stallion moving in front of the sky
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Der Appaloosa – das Chamäleon unter den Pferden

Manche Fohlen werden einfarbig geboren, aber bereits mit der gesprenkelten Haut an den oben beschriebenen Stellen sowie dem »Weiß« im Auge. Sie entwickeln eine der fünf Scheckungen dann erst später. Andere wiederum werden schon mit Flecken geboren, die sich aber in den nächsten ein oder zwei Jahren durchaus noch ändern können.

Dass sich die Fellfarbe bei einem Appaloosa auch später noch ändern kann, macht den Appaloosa zum Chamäleon unter den Pferden. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Appaloosa im Laufe seines Lebens die Fellfarbe nach und nach verändert. Dunkle Flächen Fell-Partien können aufhellen oder mit weißen Haaren durchsetzt werden. Es kann sogar vorkommen, dass weiße Flecken entstehen.

Beim Appaloosa gewollt – das Weiße im Auge

Ein weiteres, wichtiges Merkmal des echten Appaloosas sind Äußerlichkeiten wie eine helle, marmorierte Haut, die deutlich an Nüstern, Lippen und Genitalien zu erkennen sein muss, sowie das „menschliche Auge“, was nichts anderes bedeutet als »Weiß« in den Augen. Dieses Merkmal ist in der Appaloosa-Zucht ein wichtiges Kriterium. bei anderen Rassen ist das „menschliche Auge“ nicht so gerne gesehen.

 

Appaloosa Horse, Mare and Foal
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Geschichte der Appaloosa-Zucht

Appaloosas werden heute in verschiedenen Ländern gezüchtet, sind aber nach wie vor in Amerika am bekanntesten. Aber auch in Australien wird das Appaloosa immer beliebter, ebenso wie der Western-Reitstil. Wie in Amerika hat auch in den australischen Zuchten das Pferd sehr viel vom Quarter Horse. 1976 wurde auch eine Britische Appaloosa-Gesellschaft gegründet. Hier steht das Pferd jedoch mehr im Hunter-Typ, ist jedoch bis heute recht erfolgreich in Dressur, Military, Springreiten, Jagdreiten, ebenso im Distanzreiten. Obwohl man in England allgemein etwas gegen »bunte« Pferde hat, scheinen sich die »Appies« mit ihrem gutmütigen Temperament durchzusetzen. Ebenso in der Bundesrepublik ist das Appaloosa kein unbekanntes Pferd mehr und wird – ähnlich dem Quarter Horse – für die verschiedenen Ansprüche deutscher Reiter geschätzt.

Der Appaloosa – die Rasse ist älter als gedacht

Das Pferd wird zwar noch immer mit Amerika identifiziert, doch gibt es Anzeichen für seine Existenz schon lange vor der Entdeckung Amerikas. Europäische Höhlenzeichnungen, die etwa 20.000 Jahre alt sind zeigen Pferde mit den typischen Appaloosa-Zeichen, und auch in der orientalischen Kunst sind gefleckte Pferde zu sehen – Jahrhunderte vor Christi Geburt. Nach Amerika kamen sie vermutlich durch die in Mexiko einfallenden Spanier. Sie werden mit den Nez-Percé-Indianern in Zusammenhang gebracht, die sich die Pferde von den Konquistadoren »ausliehen«. Sie zogen dann in ihren Heimatgefilden sehr strenge Zuchtstätten auf. Das war in Oregon am Pabuse River; so hieß das Pferd erst »of Pabuse«, dann »Apaouse« und jetzt »Appaloosa«.

Der Appaloosa – das Indianerpferd

Im Verlauf der Kriege gegen die Indianer nahm die US-Armee im Jahr 1877 eine Gruppe Nez-Percé-Indianer gefangen, die an die kanadische Grenze flohen und schlachtete die meisten Tiere dieser sorgfältig betriebenen Zucht. Doch einige Pferde überlebten, und mit ihnen wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts die moderne Zucht angefangen. Die endgültige Rettung dieser Pferde war die Gründung des Appaloosa Horse Club im Jahre 1938. Von da an ging es mit dem Pferd nur noch aufwärts, und es bildet heute die drittgrößte Zucht der Welt.

Appaloosa Horse, Adult Galloping through Meadow
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Das Leopardgen

Die Appaloosa-Zucht ist sehr auf den Farbschlag ausgerichtet. Doch das Leopardgen, das für die spezielle Zeichnung des Fells verantwortlich ist, steht seit einigen Jahren im Ruf für ein spezielles gesundheitliches Problem verantwortlich zu sein. Forscher haben festgestellt, dass Pferderassen, bei denen aufgrund der Zuchtziele das Leopardgen gerne sehen wird, offenbar mit größerer Wahrscheinlichkeit an der periodischen Augenentzündung, auch Mondblindheit genannt, zu erkranken. Neben den Appaloosas gehören auch die Knabstrupper und die Noriker zu den Rassen, bei denen das Leopardgen in der Zucht gewünscht ist.

 

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: zwischen 145 und 155 cm.
  • Kopf: klein, gut aufgesetzt, breite Stirn. Nüstern und Lippen mit den typischen Hautflecken. Spitze, mittelgroße Ohren. Das „Weiße“ im Auge muss sichtbar sein.
  • Hals: hochaufgesetzt, mit guter Ganaschenfreiheit. Mähne (und Schweif) oft nur spärlich behaart.
  • Schultern: lang und schräg, gut bemuskelt. Ausgeprägter, wohlgeformter Widerrist.
  • Gebäude: tiefe, aber nicht zu breite Brust. Kurzer, gerader Rücken (Quadratpferd). Kurze, breite Lenden. Sanft abfallende, lange, bemuskelte Hüften und die wohlgerundete Hinterhand des Quarter Horses.
  • Gliedmaßen: Vorderbeine gut bemuskelt, lang, mit breiten Knien. Kurze Röhren mit breiten, weichen, aber kräftigen Fesselgelenken. Halbschräge Fesselung. Hufe rund, offen und breit an den Fersen. Die Hufwand zeigt oft vertikale Schwarz/Weiß-Streifen. Kräftige Oberschenkel. Lange, breite, bemuskelte Unterschenkel mit klaren, geraden Gelenken.
  • Haar/Langhaar: sehr feines, seidiges Fell, Mähne und Schweif ebenso, wobei das Langhaar oft recht spärlich ausfällt.

 

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