Achal-Tekkiner

Achal-Tekkiner
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Der Achal-Tekkiner – metallisch schillernder Star aus der Wüste

Der Achal-Tekkiner ist ein in den Oasen Turkmenistans lebendes Wüstenpferd. Wie der Iomud, ein verwandter Schlag des Achal-Tekkiners, der in den Gräbern von Pazyryk gefundenen Pferden stark ähnelt, ist auch der Achal-Tekkiner eng mit dem Turkmenen verwandt. Möglicherweise sind Achal-Tekkiner und Turkmene nicht mehr als Varianten einer alten Rasse und leben heute in aneinandergrenzenden Gebieten.

Die Ursprünge der Achal-Tekkiner sind relativ geheimnisumwittert und deshalb auch nicht völlig zu klären. Schon 1000 Jahre vor Christus waren die in Aschkhabad (noch heute ein Zentrum der Achal-Tekkiner-Zucht) gezüchteten Pferde als Rennpferde berühmt. Etwa 500 Jahre später ritt die baktrische Garde des König Darius von Persien Pferde dieses Typs in Turkmenistan und in den Nachbarländern. Russischen Angaben nach ist der Achal-Tekkiner reinrassig, was aber nur sehr schwer zu beweisen ist.

Manche sagen gar, diese Rasse sei ebenso alt wie die der Araber. Ob das nun stimmt oder nicht, eine gewisse Ähnlichkeit der Rasse mit dem Renntyp des Arabers, dem Muniqui, ist durchaus festzustellen. Ebenso stellt sich dann die Frage, ob der Muniqui-Araber die Wüstenpferde aus Turkmenistan beeinflusste oder umgekehrt. Sicher ist jedenfalls, dass es sich beim Achal-Tekkiner um eine einzigartige Pferderasse handelt.

Immer wieder ist zu hören, dass der Achal-Tekkiner neben den englischen Vollblütern und den Arabern die dritte Vollblut-Rasse ist. Die Achal-Tekkiner sind dabei ebenso ausdauernd wie hitzeunempfindlich wie der Araber und können daher weite Strecken bei nur minimaler Wasserration zurücklegen.

©iStock.com/Callipso
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Das Gebäude und die äußere Erscheinung des Achal-Tekkiners

Nach westlichem Standard betrachtet ist der Achal-Tekkiner nicht perfekt, eine in der Rassebeschreibung durchaus anerkannte Tatsache. Bei seiner durchschnittlichen Größe von 1,57m hat ein typisches Pferd dieser Rasse sehr oft einen langen Rücken und neigt zudem zu einer gespaltenen Kruppe, wie sie auch Haflinger, Irish Tinker und manche Kaltblutrassen aufweisen. Auch die oft von westlichen Reitern geliebten ausgeprägten Unterschenkel kann er nicht aufweisen. Seine Rippen sind relativ flach, aber seine Muskulatur dafür ungewöhnlich gut entwickelt.

Sein Kopf und der lange Hals tragen zum interessanten Erscheinungsbild des Achal-Tekkiners bei. Seine Haut ist äußerst dünn und das Fell sehr fein, die typische Merkmale eines Wüstenpferdes. Das Fell der Braunen, Füchse oder Falben hat oft einen metallenen Goldschimmer bzw. Kupferschimmer. Ein besonderes Merkmal dieser Rasse (im Westen eher wenig geschätzt) ist die hohe Kopfhaltung über der Reiterhand.

Genügsam, intelligent, ausdauernd – der Achal-Tekkiner hat viele gute Eigenschaften

Nicht nur die auffälligen Merkmale des Exterieurs der Rasse sind es, die Liebhaber der Rasse vom Achal-Tekkiner schwärmen lassen. Auch im Hinblick auf das Interieur hat diese spritzige Pferd viel zu bieten. Die genügsame Rasse ist durch ihre Ausdauer bei allen Reitern beliebt, die gerne längere Strecken im Sattel zurücklegen. Dazu zählen unter anderem Wanderreiter und Distanzreiter. In beiden Disziplinen können die auffällig eleganten Achal-Tekkiner mit ihren inneren Werten wie Intelligenz, Umgänglichkeit und Anspruchslosigkeit im Hinblick auf Wasser und Futter punkten. Dass die Rasse als wenig anfällig für Krankheiten und Lahmheiten gilt, stellen Achal-Tekkiner immer wieder auch bei langen Distanzen unter Beweis.

Diese Eigenschaften schätzen die Liebhaber des Achal-Tekkiners:

  • metallisch glänzendes Fell
  • besonders gut ausgebildete Muskulatur
  • elegante Bewegungen
  • noble Haltung
  • mittlere Größe
  • Genügsamkeit
  • Ausdauer
  • Intelligenz

Achal-Tekkiner – Bewegung ist sein Metier

Leistungsbereitschaft ist das besonders herausstechende Merkmal des Achal-Tekkiners. Trittsicherheit, schnelle Reaktionen, Bewegungsfreude und sein besonders stark ausgeprägtes Durchhaltevermögen machen ihn zu einem idealen Partner, wenn es darum geht größere Strecken in der Natur zurückzulegen. Dabei punktet der schicke und genügsame Achal-Tekkiner nicht nur mit Steher-Qualitäten. Pferde dieser Rasse haben in der Regel ein Grundtempo, das höher ist als bei vielen anderen Rassen. Auch in diesem Punkt gleicht der Achal-Tekkiner dem Araber.

Rennen sind Tradition bei den Turkmenen. Durch Einkreuzungen von Vollblütern wurden die Rennpferd-Qualitäten der Rasse verbessert, jedoch wurde aber auch seine extreme Hitzeunempfindlichkeit verringert. Diese Zuchtmaßnahmen sind daher wieder geändert worden und die Züchter zu den reinen Linien zurückgekehrt.

Der Achal-Tekkiner, das ideale Distanzpferd

Die Achal-Tekkiner sind sehr bekannt für ihre Ausdauer über weite Strecken unter schwierigen klimatischen Bedingungen, noch mehr als für ihre Rennleistungen. Ein berühmter Ausdauertest fand im Jahre 1935 mit Achal-Tekkinern und Iomud-Pferden statt. Es war ein Ritt von Aschkhabad nach Moskau, die Strecke war 4128 km lang, davon 960 km durch die Wüste, wo es nahezu kein Wasser gab. Die Pferde mussten die meiste Zeit ohne Wasser auskommen. Nach schon 84 Tagen war der Ritt beendet. Diese Meisterleistung ist bisher nicht wiederholt worden.

In den Ländern der ehemaligen UdSSR, aber auch in vielen anderen europäischen Ländern wie in Deutschland und Frankreich werden Achal-Tekkiner heutzutage für eine Vielzahl von Turniersportdisziplinen eingesetzt (z.B. Springen, Distanzreiten und Dressur).

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: zwischen 150 und 160 cm
  • Farbe: Füchse, Falben, Braune, Rappen und Schimmel
  • Ursprung: Turkmenistan
  • Fell: fein und dünn
  • Kopf: hohe Kopfhaltung über der Reiterhand
  • Haupteinsatzgebiet: Pferderennen und Distanzreiten
  • Hauptzuchtgebiet: Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan

Achal-Tekkiner im Sport

Auch wenn sich Pferde der Achal-Tekkiner in ihrem Heimatland vor allem bei Rennen unter Beweis stellen, gab es hocherfolgreiche Rassevertreter, die in verschiedenen Disziplinen des Reitsports für Aufsehen sorgten. Dazu zählt unter anderem der Hengst Absent, der im Jahr 1960 unter seinem Reiter Sergej Filatov (UDSSR) bei den Olympischen Spielen in Rom brillierte. Der Rapphengst piaffierte und passagierte sich im Dressurviereck von Rom an die Spitze des Teilnehmerfeldes und sorgte mit seinen ebenmäßigen und ausdrucksstarken Bewegungen dafür, dass sein Reiter die Goldmedaille gewann. In den Jahren 1964 und 1968 konnte das Reiter-Pferd-Paar seinen Erfolg wiederholen und ging damit in die Annalen der Olympischen Spiele ein.

Der Achal-Tekkiner – in Zukunft auf den Turnierplätzen der Welt?

In den letzten Jahren gab es daher immer häufiger Teilnehmer aus den ehemaligen russischen Republiken auf den internationalen Turnierplätzen, obwohl noch kein beständiges Niveau erreicht worden ist. Unausweichlich hatten die Kontakte mit ausländischen Teams und dem reiterlichem Gedankengut hinter dem Eisernen Vorhang großen Einfluss auf die Zucht von Sportpferden. Um auf westlichen Turnieren mit Aussicht auf Erfolg teilnehmen zu können, mussten die Pferde die anerkannten Anforderungen der Prüfungen erfüllen. Daher wird sogar der individuelle Achal-Tekkiner weiterentwickelt, um neue Kriterien zu erfüllen und sich langsam dem Exterieur des europäischen Turnierpferdes anzunähern. Ob dies gut ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Auch in Deutschland findet der Achal-Tekkiner zunehmend Liebhaber. Züchter wie das Gestüt Schlierensee sorgen dafür, dass die Rasse nicht nur erhalten wird, sondern Verbreitung findet. Der Verein der Züchter und Freunde der Achal-Tekkiner richtet regelmäßig Championate für Pferde dieser Rasse aus.

 

 

 

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