Amerikanisches Saddle-Horse

Das amerikanische Saddle-Horse oder Saddlebred wurde aus einem Arbeitspferd entwickelt und gilt heute als ein sehr gutes und vielseitiges Reitpferd.

Seine Hauptrolle spielt es allerdings auf amerikanischen Show-Veranstaltungen. Dort werden die sehr schönen Gangarten – three-gaited oder five-gaited – sehr bewundert. Diese auffallenden Gangarten werden leider durch extrem lange Hufe und den Gebrauch von sehr schweren Hufeisen ‚erkauft‘.

Der (Arbeits-)Galopp des Saddle-Horse hat eine so hohe Versammlung, daß das Pferd kaum dabei vorwärtskommt. Ein wenig nettes Sprichwort lautet denn auch: »Ein Saddlebred kann den ganzen Tag lang im Schatten eines Apfelbaumes galoppieren!« Außer den drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp beherrscht das five-gaited Saddlebred noch zwei künstliche, den »Slow-gait«- ebenfalls von hoher Versammlung -, und den »Rack«, eine sehr schnelle Gangart.

Manche Pferde brauchen in dieser Gangart für eine Meile (1609 m) nur 2.19 Minuten. Trotz seiner überzüchteten, schon eher überspannten und sehr stolzen Haltung hat das Pferd einen liebenswerten Charakter. Es läßt sich auch von Kindern gut reiten und macht im Umgang keinerlei Schwierigkeiten.

Auf die äußere Erscheinung des Saddlebred wird vor allem auf Show-Veranstalugen sehr großer Wert gelegt. Das three-gaited Pferd ist dann an der geschorenen Mähne zu erkennen, während das five-gaited Pferd über eine volle Mähne und ebensolchen Schweif verfügt. Die hohe Schweifhaltung wird meist leider nur künstlich durch eine Operation erreicht.

Das Saddlebred ist ein Produkt der Südstaatenfarmer des 19.Jahrhunderts. Seine Heimat ist eigentlich Kentucky, und die Rasse hieß früher deshalb auch Kentucky Saddler. Der damalige Farmer benötigte ein komfortables und umgängliches Pferd, auf dem er seine Plantagen abreiten konnte. Diese Inspektionsritte dauerten oft von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung, so daß Ausdauer des Pferdes ebensoviel wert war wie ein komfortabler Sitz und weiche Gänge.

Außerdem sollte es natürlich elegant sein!Um diesen Anforderungen zu genügen, kreuzten die Züchter kanadische und Narragansett-Pacers (Paßgänger) mit Morgan-Pferden, Vollblütern und Arabern. Der Hengst Messenger xx war nicht nur in der Entwicklung des American Standardbred ein sehr wichtiges Pferd, sondern ebenfalls auch in der Zucht des Saddlebred. Der kanadische Paßgänger Tom Hall war einer der großen Vererberhengste. Als offizieller Begründer der Rasse wird allerdings der Hengst Denmark xx angesehen.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: zwischen 152 und 163 cm.
  • Farbe: schwarz, dunkel-braun; Füchse, gelegentlich Grauschimmel. Häufig weiße Abzeichen am Kopf und an den Beinen.
  • Kopf: klein, gut aufgesetzt, hoch getragen. Gerades Profil, weite Nüstern; große, weitgeöffnete Augen. Kleine Ohren, dicht beieinander.
  • Hals: lang, beweglich, mit schönem Mähnenkamm.
  • Schulter: sehr lang, bemuskelt, schräg. Hoher Widerrist mit gutem Übergang in den Rücken.
  • Körperbau: mittelbreit mit tiefer Brust und langen, ausgeprägten Rippen. Kurzer, gerader Rücken. Tiefe, weite Flankenpartie. Runde Hüften. Hoch aufgesetzter, stolz getragener Schweiß
  • Gliedmaßen: Vorderbeine lang, gut bemuskelt mit breiten Knien. Kurze, breite Röhren mit ausgeprägten Sehnen. Sehr lange Fesseln, Biegung von 45°
  • Hinterhand: kräftig und gut bemuskelt.
  • Aktion: Das three-gaited Saddlebred beherrscht den Schritt in einem sehr klaren Viertaktrhythmus, den Trab mit ausgeprägterKnieaktion und den Galopp, der sehr langsam und in höchster Versammlung gezeigt wird. Das five-gaited Saddlebred zeigt außerdem den stark versammelten »Slow-gait«, einen schnellen Schritt, und vor allem den »Rack«, eine sehr schnelle Variante des Slow-gaits. (Bei anderen Pferden als Tölt bekannt.)

Quelle Bild: Kersti Nebelsiek (CC: BY)

Schreibe einen Kommentar