Appaloosa

Das am meisten ausgeprägte Erkennungsmerkmal der Appaloosa-Pferde ist natürlich ihr geschecktes Fell. Aber nicht jedes gefleckte oder gescheckte Pferd ist ein echtes, registriertes Appaloosa-Pferd. Außer dem Fell müssen Appalosas noch einige weitere Äußerlichkeiten aufweisen: eine helle, marmorierte Haut, die deutlich an Nüstern, Lippen und Genitalien zu erkennen sein muß, sowie viel »Weiß« in den Augen.

Desweiteren können auftreten: senkrecht gestreifte Hufe, ein sehr feines, seidiges Fell, Mähne und Schweif ebenso, wobei das Langhaar oft recht spärlich ausfällt.

Es existieren fünf verschiedene Zuchten, die sich vor allem nach der Fellfärbung orientieren:

1.) Tigerscheck (Leopard-spotted) – eine helle oder weiße Fellfarbe mit Flecken aller möglichen Farben auf dem ganzen Körper (Es können sogar Flecken verschiedener Farben, etwa braun und fuchsfarben, an einem Pferd auftreten).

2.) Schabrackenscheck (Blanket-spotted) – ein weißer Körper (meist nur der Rücken), auf dem verschiedenfarbige Flecken zu sehen sind.

3.) Schneeflockenscheck (Snowflake) – weiße Flecken auf anderer Fellfarbe, nicht jedoch auf Grau.

4.) Marmorscheck (Marble) – am ganzen Körper gesprenkelt.

5.) Frostscheck (Frost) – weiße Flecken auf dunklem Fell.

Manche Fohlen werden einfarbig geboren, aber bereits mit der gesprenkelten Haut an den oben beschriebenen Stellen sowie dem »Weiß« im Auge. Sie entwickeln eine der fünf Scheckungen dann erst später. Andere wiederum werden schon mit Flecken geboren, die sich aber in den nächsten ein oder zwei Jahren durchaus noch ändern können.

Appaloosas werden heute in verschiedenen Ländern gezüchtet, sind aber nach wie vor in Amerika am bekanntesten. Aber auch in Australien wird das Appaloosa immer beliebter, ebenso wie der Western-Reitstil. Wie in Amerika hat auch in den australischen Zuchten das Pferd sehr viel vom Quarter Horse. 1976 wurde auch eine Britische Appaloosa-Gesellschaft gegründet. Hier steht das Pferd jedoch mehr im Hunter-Typ, ist jedoch bis heute recht erfolgreich in Dressur, Military, Springreiten, Jagdreiten, ebenso im Distanzreiten. Obwohl man in England allgemein etwas gegen »bunte« Pferde hat, scheinen sich die »Appies« mit ihrem gutmütigen Temperament durchzusetzen. Ebenso in der Bundesrepublik ist das Appaloosa kein unbekanntes Pferd mehr und wird – ähnlich dem Quarter Horse – für die verschiedenen Ansprüche deutscher Reiter geschätzt.

Das Pferd wird zwar noch immer mit Amerika identifiziert, doch gibt es Anzeichen für seine Existenz schon lange vor der Entdeckung Amerikas. Europäische Höhlenzeichnungen, die etwa 20.000 Jahre alt sind zeigen Pferde mit den typischen Appaloosa-Zeichen, und auch in der orientalischen Kunst sind gefleckte Pferde zu sehen – Jahrhunderte vor Christi Geburt. Nach Amerika kamen sie vermutlich durch die in Mexiko einfallenden Spanier. Sie werden mit den Nez-Percé-Indianern in Zusammenhang gebracht, die sich die Pferde von den Konquistadoren »ausliehen«. Sie zogen dann in ihren Heimatgefilden sehr strenge Zuchtstätten auf. Das war in Oregon am Pabuse River; so hieß das Pferd erst »of Pabuse«, dann »Apaouse« und jetzt »Appaloosa«.

Im Verlauf der Kriege gegen die Indianer nahm die US-Armee im Jahr 1877 eine Gruppe Nez-Percé-Indianer gefangen, die an die kanadische Grenze flohen und schlachtete die meisten Tiere dieser sorgfältig betriebenen Zucht. Doch einige Pferde überlebten, und mit ihnen wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts die moderne Zucht angefangen. Die endgültige Rettung dieser Pferde war die Gründung des Appaloosa Horse Club im Jahre 1938. Von da an ging es mit dem Pferd nur noch aufwärts, und es bildet heute die drittgrößte Zucht der Welt.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: zwischen 145 und 155 cm.
  • Kopf: klein, gut aufgesetzt, breite Stirn. Nüstern und Lippen mit den typischen Hautflecken. Spitze, mittelgroße Ohren. Das „Weiße“ im Auge muß sichtbar sein.
  • Hals: hochaufgesetzt, mit guter Ganaschenfreiheit. Mähne (und Schweif) oft nur spärlich behaart.
  • Schultern: lang und schräg, gut bemuskelt. Ausgeprägter, wohlgeformter Widerrist.
  • Gebäude: tiefe, aber nicht zu breite Brust. Kurzer, gerader Rücken (Quadratpferd). Kurze, breite Lenden. Sanft abfallende, lange, bemuskelte Hüften und die wohlgerundete Hinterhand des Quarter Horses.
  • Gliedmaßen: Vorderbeine gut bemuskelt, lang, mit breiten Knien. Kurze Röhren mit breiten, weichen, aber kräftigen Fesselgelenken. Halbschräge Fesselung. Hufe rund, offen und breit an den Fersen. Die Hufwand zeigt oft vertikale Schwarz/Weiß-Streifen. Kräftige Oberschenkel. Lange, breite, bemuskelte Unterschenkel mit klaren, geraden Gelenken.

Quelle Bild: Urheber Tina M, Kersti Nebelsiek (CC: BY)

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