Arravani – der griechische Tölter

Entstehung
Töltende Pferde wurden in Griechenland in der Antike sehr als Reittiere geschätzt, wie zahlreiche Darstellungen aus dieser Zeit auf Vasen und Reliefs beweisen. Später wurden die Pferde hauptsächlich als Trag- und Saumtiere eingesetzt. Als Mitte des 15. Jahrhunderts die Türken einmarschierten, begannen sich die bodenständigen, kleinen, paß- und töltveranlagten Arbeitspferde mit den eingeschleppten türkischen Arabern zu vermischen. Daraus entstand der heutige Typ des Arravani-Pferdes.

Erscheinung
In Exterieur und Größe unterscheiden sich die Pferde regional, da sie nur für den Gebrauchszweck gezüchtet wurden. Das Stockmaß liegt zwischen 130 cm und 150 cm. In der Erscheinung ist meist deutlich der Arabereinfluß zu sehen, es gibt aber auch kleine, stämmige Bergpferdetypen. Die Farbpalette reicht vom Schimmel über Rappen, Schwarz- oder Rotbraune bis hin zu Füchsen. Weiße Abzeichen sind äußerst selten zu finden.

Gänge
Tölt kommt in allen Variationen vor, auch zum Trab oder Pass verschoben. Sehr viele Pferde sind Naturtölter, die einen leicht zu reitenden Viertakt-Tölt beherrschen. In Griechenland sind ca. 40 % auch Dreigänger, da nicht ausschließlich auf die Gangveranlagung hin selektiert wird.

Einsatz
Der Arravani ist ein sehr leichtrittiges, leistungsbereites und menschenbezogenes Pferd. Er eignet sich besonders für Langstrecken und als Distanzpferd, aber auch als optimales und bequemes Familienpferd.

Registratur
Bisher werden die in Deutschland heimischen Pferde von der Interessengemeinschaft Arravani registriert.

Population
In Deutschland leben zur Zeit knapp 50 Arravanis, unter welchen sich auch zwei Hengste befinden, die mit ihrem arttypisches Erbgut zum Erhalt der Rasse beitragen. In Griechenland ist die Rasse vom Aussterben bedroht.
Die Interessengemeinschaft Arravani hat sich folgende Punkte zum Ziel gesetzt:

  • Erhalt und Wiederaufbau der Rasse Arravani, die als Kulturerbe anzusehen ist.
  • Import und Nachzucht.
  • Anerkennung der Rasse von deutschen Zuchtverbänden.
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form von Veranstaltungen und Seminaren, um der Haltung,
    dem Umgang und der Gesundheit der Tiere im Sinne des Tierschutzes gerecht zu werden.
  • Betreuung und Beratung von Arravani-Besitzern in Deutschland.

Weitere Infos erhalten sie auf der Homepage der Interssengemeinschaft Arravani,
die mir freundlicherweise ihr Rasseportrait zur Verfügung gestellt haben.

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