Bayerisches Warmblut

Fuchs im Galopp auf der Weide
iStock/Anjauli

Das Bayerische Warmblut

Das Bayerische Warmblut ist heute ein modernes, sportliches Warmblutpferd. Die Ursprünge der Zucht gehen aber auf den Rottaler zurück, der ein schweres Warmblut war, das als Arbeits- und Wirtschaftspferd genutzt wurde.

Vom Wirtschaftspferd zum Vorzeige-Sportler

Bereits um 1000 n. Chr. hatte sich im bayerischen Rottal ein eigener Schlag eines brauchbaren Wirtschaftspferdes entwickelt, der nach dem 2.Weltkrieg im Typ des modernen Sportpferdes aufging. Das Bayerische Warmblut wurde anfänglich auf Basis spanischer, ungarischer und norddeutscher Zuchten für höfische und militärische Zwecke gezüchtet. Nebenbei wurde eine Kaltblutzucht für die Landwirtschaft betrieben. Ab 1754 war das Oberstallmeisteramt in München für eine planmäßige Zucht zuständig. Dies war der Beginn des Staatsgestütwesens.

Seit 1808 fungierte das schon 995 bestehende Staatsgestüt Schwaiganger als Remontedepot. Für eine nach dem Krieg wieder aufzubauende Warmblutzucht zu Sportzwecken fanden Hengste der anderen Hochzuchtgebiete Verwendung. So wurden unter anderem Hannoveraner, Trakehner, Westfalen und Oldenburger in die Zucht eingebracht.

Stute mit Fohlen
iStock / Diane Bliessen

Das Bayerische Warmblut – auch als Freizeitpartner beliebt

Heute präsentiert sich das Bayerische Warmblut als Sportpferd mit harmonischem und oft sogar elegantem Exterieur. Pferde dieser Rasse bringen oft Veranlagung für Dressur und Springen mit und sind deshalb auch im Freizeitbereich sehr beliebt. Ein ausgeglichenes Temperament und Nervenstärke sind ebenfalls oft zu finden, was Freunde der Rasse ebenfalls sehr zu schätzen wissen.

Das Exterieur ist dem des Hannoveraners sehr ähnlich. Ein mittelgroßer Kopf, ein gut aufgesetzter Hals, der einer schrägen Schulter entspringt und genügend Rist. Gute Breite und Tiefe, ein stabiler Rücken, eine kräftige Lendenpartie und eine leicht abfallende Leistungskruppe zeichnen das Bayerische Warmblut aus. Dazu hat es ein fast stets ausreichend kräftiges und korrektes Fundament, eine gute Mechanik und gut durchschnittliches Springvermögen. Es ist leistungswillig und robust. Bei den Farben dominieren Füchse und Braune, Rappen und Schimmel sind selten. Größe rund 162cm bis 170cm.

Herde junger Pferde auf der Weide
iStock/Zuzule

 

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwischen 162 und 175 cm
  • Farben: vor allem Füchse und Braune, selten Rappen und Schimmel
  • Aussehen / Exterieur: Leichtes Genick, gute Ganaschenfreiheit, markanter Widerrist, gut bemukelter Rücken, Tragkraft und Gleichgewicht sind vereint, kräftig bemuskelte Kruppe, Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel, und Hinterhand, mittellange Fesseln, gut geformte Hufe, gerade Gliedmaßenstellung
  • Allgemeines: modernes Sportpferd, von der Seite gesehen hat das Bayerische Warmblut geradegestellte Vorderbeine und ein im Sprunggelenk mit etwa 150 Grad gewinkeltes Hinterbei, die Zehenachse beträgt etwa 43 bis 50 Grad zum Boden
  • Hauptzuchtgebiet: Bayern
  • Charakter / Interieur: Sportfreundlich, leistungsstark
  • Einsatzgebiet: Sportpferd, Reit- und Nutzpferd

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