Berber

The photo was taken during the Fantasia event in Salé Morocco - November 05,2017. A Moroccan Men , wearing a beautiful traditional clothing called "DJellaba", holding a well decorated old Musket , waiting for his turn to take part in the Fantasia horse show.
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Der Berber – der vierbeinige Schatz Nordafrikas

Der Berber ist das ursprüngliche Pferd Nordafrikas. Er steht allerdings im Hinblick auf Veredelung anderer Rassen weniger im Fokus als der Araber. So hat es sich entwickelt, dass der Araber allgemein bekannter ist, größere Verbreitung erfahren hat und heute in der Regel als typisches Pferd der arabischen Länder genannt wird. Berber und Araber haben gemeinsam, dass diese Pferde klare, trockene, harte Beine und sehr gute Hufe haben. Auch was Schnelligkeit, Wendigkeit und Ausdauer angeht, sind die beiden Rassen im Vergleich zu anderen Rassen sehr weit vorne. Bei den traditionellen Reiterspielen, Fantasia genannt, werden Berber ebenso eingesetzt wie Araber.

Der Berber – quadratisch, kräftig und kompakt

Rein optisch unterscheidet sich der Berber in einigen Punkten deutlich vom Araber. Der Berber ist ein mittelgroßes Edelpferd, im Typ eher iberisch denn orientalisch. Der mittelgroße Kopf ist gerade, die Nüstern sind normalgroß. Der Hals ist kräftig und eher kurz, oft sehr stark ausgeprägt. Die Schulter ist eher lang, manchmal steil. Der Rücken ist kurz und tragfähig, der Rumpf tief, aber nicht sehr breit und in die typische, abgeschlagene Kruppe übergehend, wobei der Schweif tief angesetzt ist.

Zwei Berber Pferde am Wassertrog
iStock / Cilcee

Das Berber-Pferd ist mit dem Iberer verwandt

Die als Berber bezeichneten Schläge des nordafrikanischen Pferdes sind mit dem iberischen Pferd (Sorraia) eng verwandt. Sie waren in Afrika, das lange mit Spanien verbunden war, längst verbreitet, ehe das arabische Pferd um 700 n. Chr. dorthin gelangte. Seitdem fand eine ständige Vermischung beider Rassen statt. Nur die Tuareg-Nomaden bewahrten ihre Reinzucht der Berber.

Der Berber hat den Iberer geprägt

Während der Eroberung Spaniens durch die Mauren gaben zahlreiche Berberpferde der Zucht des iberischen Pferdes neue Impulse. Später wurden Hengste der Rasse in ganz Europa als Veredler verwendet, so auch der Godolphin Barh, ein Mitbegründer des Englischen Vollblutes. Der reine Berber existiert heute kaum noch, man ist aber bestrebt, die Restbestände zu erhalten.

Weitere Eigenschaften

Der Berber zeichnet sich durch Nervenstärke aber auch Reaktionsschnelligkeit aus. Diese Eigenschaften stellt er bei den Fantasias glanzvoll unter Beweis. Dabei wird oft zur Feier des Tages in die Luft geschossen – ein Geräusch-Spektakel der besonderen Art. Sein umgängliches und menschenbezogenes Wesen machen ihn sowohl beim Einsatz als Freizeitpferd wie auch als Showpferd sehr beliebt. Darüber hinaus hat er stahlharte Beine mit hervorragenden Hufen, manchmal ist die Beinstellung etwas säbelbeinig und kuhhessig. In der Regel zeigt ein Pferd dieser Rasse flüssige, raumgreifende Bewegungen mit Knieaktion, ist trittsicher und schnell. Bei den Farben gibt es eine Bandbreite vom Schimmel über Braune und Füchse bis hin zu Rappen, auch Abzeichen sind zu finden. Mit der Größe zwischen 150cm und 160cm Stockmaß ist der Berber etwas größer als der Araber.

 

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwischen 145 und 157 cm
  • Farben: Überwiegend Schimmel und Füchse, aber auch Braune und Rappen
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpferd, Dressur, Distanzsport, Zucht, Geländepferd
  • Ursprung: Algerien, Marokko, Tunesien
  • Hauptzuchtgebiet und Verbreitung: Nordafrika, Frankreich, Deutschland, Europa
  • Aussehen / Exterieur: mittelgroßer Kopf; kräftiger, gerader Hals; lange, manchmal schräge Schulter; kurzer Rücken; tiefer Rumpf; abgeschlagene Kruppe, die auf einen tiefen Schweifansatz hinweist; harte Hufe; +
  • Allgemeines: Gelegentlich leichte Beinfehlstellungen wie Säbelbeinigkeit oer Kuhhessigkeit, trittsicher in allen Gangarten, sehr schnell
  • Zuchtgebiet: Nordafrika, heute besonders Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen.

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