Fellpony

Wild ponies in  England
iStock / Pete Bemmer

Das Fellpony – ein englisches Pony aus dem Hügelland

Das Fellpony gilt als hart wie Eisen und zeigt Pony-Charakteristika, wie sie typisch sind für das Erscheinungsbild aller Berglandponys. Gleichzeitig sind Ponys dieser Rasse lebhaft und aufmerksam.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden auf beiden Seiten der Pennine-Hügelkette in Nordengland, an der Grenze zu Schottland Pferde gezüchtet, die nicht voneinander zu unterscheiden waren. Danach entstand aus den Pferden östlich der Penninen eine eigene Zucht, die heutigen Dalesponys. Die westlich der Hügelkette, besonders in den Cumbrian Mountains lebenden Pferde, wurden die etwas kleineren und kompakteren Fellponys.

Benannt nach der Landschaft

Fell haben alle Ponys, daher wundert sich der eine oder andere über den Namen der Fellponys. Doch der kommt nicht daher, dass die Tiere dieser Rasse besonders viel oder wenig oder langes Fell haben. Vielmehr geht der Begriff auf die Zeit der Wikinger zurück, die die Hügel Cumbrias und damit die Wiege dieser Ponys, als Fells bezeichnet haben.

Wie die anderen etwas größeren Berg- und Moorgebietsponys sind auch die Fells hervorragende Allzweck-Ponys für Reiter, die Vielseitigkeit von ihren Pferden fordern, dabei aber keine großen Turnierambitionen haben.

Das Fellpony – fleißig und vielseitig

Ursprünglich wurde das Fellpony als Zug- und Landwirtschaftspferd gezüchtet, hat heute aber eine zum Reiten gut geeignete schräge Schulter entwickelt. Seine Robustheit und Trittsicherheit auch in steinigem Gelände sowie der angeborene gute Charakter machten es zu einem angenehmen Reitpony für Reiter aller Art. Fellponys können durchaus einmal einen Zaun überspringen, da sie wendig und mutig sind, aber sie sind vom Körperbau her nicht für hohe Geschwindigkeiten gebaut.

Auch im Fahrsport flott unterwegs

Von ihrer Herkunft als Zugpferde her haben sie großen Anteil daran gehabt, den Fahrsport wieder aufleben zu lassen. Sie sind hervorragende Kutschpferde und haben schon so manche Hindernisfahrten erfolgreich bestanden. Ihre Abstammung ist eher abenteuerlich – es ist belegt, daß die Römer, als sie nach Nordengland kamen, dort die bodenständigen Ponys vorfanden und diese für ihre Arbeiten – Bau von Wällen, Mauern, Straßen, Burgen – zu klein fanden. Um ihnen ein wenig mehr Größe zu geben, glaubt man heute, dass die Römer friesisches Blut einkreuzten. Das Resultat muss jedenfalls ein ganz ähnliches Pferd gewesen sein, wie es das Fellpony heute ist.

Der Ursprung der Rasse

Man sagt, dass einer der großen Hengste, Lingcroppei, gefangen, gesattelt und aufgezäumt wurde und an einem Scharmützel teilnehmen musste, in dessen Verlauf sein Reiter fiel. Der Hengst wurde von einem Bauern gekauft und verbrachte den Rest seines Lebens im Gestüt, wo er die Lingcropper-Linie der Ponys begründete. Die industrielle Revolution und die Automatisierung im Transportwesen schienen auch dieser Zucht ein Ende zu bereiten, und zwischen den beiden Weltkriegen gab es nur noch fünf Hengste. Glücklicherweise erhielt die Zucht großzügige Hilfe, unter anderem von König Georg V. und Beatrix Potter, so dass sie sich wieder erholte. Heute ist sie wieder fest etabliert.

Die heutige Zucht

Die Fellponyzucht hat heute eine sehr bekannte und berühmte Schirmherrin: Queen Elizabeth von Großbritannien. Die Queen ist Pferdenärrin durch und durch und reitet auch im Alter von über 90 Jahren gerne noch im Park von Schloss Windsor aus – auf ihrer Fellponystute.

Rassenmerkmale:

  • Größe: zwischen 135cm und max. 140cm
  • Farbe: Rappen, Braune, Schimmel; meistens ohne weiße Abzeichen. Ein kleiner Stern oder etwas Weiß am Fuß ist erlaubt.
  • Kopf: klein, gut geformt und aufgesetzt. Breite Stirn. Weite Nüstern. Große, ausgeprägte, sanfte und intelligente Augen. Kleine, wohlgeformte Ohren. Kehl- und Wangenlinie edel, niemals grob.
  • Hals: von guter Länge, kräftig und nicht zu schwer. Nicht zu hoher Mähnenkamm bei Hengsten.
  • Schultern: das Wichtigste an diesem Pferd. Weit zurückliegend und schräg. Gut ausgeprägter Widerrist. Langes, gut ausgebildetes, bemuskeltes Schulterblatt.
  • Gebäude: kräftiger Rücken, ebensolches Gesamterscheinungsbild. Bemuskelte Lendengegend. Große Gurtentiefe. Ausgeprägter Rippenbogen von der Schulter bis zu den Flanken.
  • Hinterhand: viereckig, kräftig, mit gut aufgesetztem Schweif.
  • Gliedmaßen: gerade Vorderbeine, Muskeln an Ober- und Unterschenkeln. Große, gut ausgebildete Vorderfußwurzelgelenke. Kurze Röhrbeine, Durchmesser kurz unter dem Gelenk mindestens 20cm. Fesselgelenke schräg, nicht zu lang. Hinterbeine sehr bemuskelt. Sprunggelenke trocken, weder kuhhessige noch faßbeinige Stellung.
  • Hufe: rund, gut geformt, Größe in guter Proportion zum Pferd.
  • Aktion: schöner, aufrechter Schritt; ausbalancierter, runder Trab mit guter Knie-Aktion. Sehr bewegliche Sprunggelenke. Weiträumiger, ausdauernder Schritt, wobei die Hinterbeine tief unter den Körper gesetzt werden.

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