Fellpony

Fellponys gelten als hart wie Eisen und zeigen Pony-Chakteristika, wie sie typisch sind für das Erscheinungsbild aller Berglandponys. Gleichzeitig sind sie lebhaft und aufmerksam.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden auf beiden Seiten der Pennine-Hügelkette in Nordengland Pferde gezüchtet, die nicht voneinander zu unterscheiden waren. Danach entstand aus den Pferden östlich der Penninen eine eigene Zucht, die heutigen Dalesponys. Die westlich der Hügelkette, besonders in den Cumbrian Mountains lebenden Pferde, wurden die etwas kleineren und kompakteren Fellponys.

Wie die anderen etwas größeren Berg- und Moorgebietsponys sind auch die Fells hervorragende Allzweck-Ponys für Reiter, die Vielseitigkeit von ihren Pferden fordern, dabei aber keine großen Turnierambitionen haben.

Ursprünglich wurde das Fellpony als Zug- und Landwirtschaftspferd gezüchtet, hat heute aber eine zum Reiten gut geeignete schräge Schulter entwickelt. Seine Robustheit und Trittsicherheit auch in steinigem Gelände sowie der angeborene gute Charakter machten es zu einem angenehmen Reitpony für Reiter aller Art. Fellponys können durchaus einmal einen Zaun überspringen, da sie wendig und mutig sind, aber sie sind vom Körperbau her nicht für hohe Geschwindigkeiten gebaut.

Von ihrer Herkunft als Zugpferde her haben sie großen Anteil daran gehabt, den Fahrsport wieder aufleben zu lassen. Sie sind hervorragende Kutschpferde und haben schon so manche Hindernisfahrten erfolgreich bestanden. Ihre Abstammung ist eher abenteuerlich – es ist belegt, daß die Römer, als sie nach Nordengland kamen, dort die bodenständigen Ponys vorfanden und diese für ihre Arbeiten – Bau von Wällen, Mauern, Straßen, Burgen – zu klein fanden. Um ihnen ein wenig mehr Größe zu geben, glaubt man heute, daß die Römer friesisches Blut einkreuzten. Das Resultat muß jedenfalls ein ganz ähnliches Pferd gewesen sein, wie es das Fellpony heute ist.

Man sagt, daß einer der großen Hengste, Lingcroppei; gefangen, gesattelt und aufgezäumt wurde und an einem Scharmützel teilnehmen mußte, in dessen Verlauf sein Reiter fiel. Der Hengst wurde von einem Bauern gekauft und verbrachte den Rest seines Lebens im Gestüt, wo er die Lingcropper-Linie der Ponys begründete. Die industrielle Revolution und die Automatisierung im Transportwesen schienen auch dieser Zucht ein Ende zu bereiten, und zwischen den beiden Weltkriegen gab es nur noch fünf Hengste. Glücklicherweise erhielt die Zucht großzügige Hilfe, unter anderem von König GeorgV. und Beatrix Potter, so daß sie sich wieder erholte. Heute ist sie wieder fest etabliert.

Rassenmerkmale:

  • Größe: zwischen 135cm und max. 140cm
  • Farbe: Rappen, Braune, Schimmel; meistens ohne weiße Abzeichen. Ein kleiner Stern oder etwas Weiß am Fuß ist erlaubt.
  • Kopf: klein, gut geformt und aufgesetzt. Breite Stirn. Weite Nüstern. Große, ausgeprägte, sanfte und intelligente Augen. Kleine, wohlgeformte Ohren. Kehl- und Wangenlinie edel, niemals grob.
  • Hals: von guter Länge, kräftig und nicht zu schwer. Nicht zu hoher Mähnenkamm bei Hengsten.
  • Schultern: das Wichtigste an diesem Pferd. Weit zurückliegend und schräg. Gut ausgeprägter Widerrist. Langes, gut ausgebildetes, bemuskeltes Schulterblatt.
  • Gebäude: kräftiger Rücken, ebensolches Gesamterscheinungsbild. Bemuskelte Lendengegend. Große Gurtentiefe. Ausgeprägter Rippenbogen von der Schulter bis zu den Flanken.
  • Hinterhand: viereckig, kräftig, mit gut aufgesetztem Schweif.
  • Gliedmaßen: gerade Vorderbeine, Muskeln an Ober- und Unterschenkeln. Große, gut ausgebildete Vorderfußwurzelgelenke. Kurze Röhrbeine, Durchmesser kurz unter dem Gelenk mindestens 20cm. Fesselgelenke schräg, nicht zu lang. Hinterbeine sehr bemuskelt. Sprunggelenke trocken, weder kuhhessige noch faßbeinige Stellung.
  • Hufe: rund, gut geformt, Größe in guter Proportion zum Pferd.
  • Aktion: schöner, aufrechter Schritt; ausbalancierter, runder Trab mit guter Knie-Aktion. Sehr bewegliche Sprunggelenke. Weiträumiger, ausdauernder Schritt, wobei die Hinterbeine tief unter den Körper gesetzt werden.

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