Frederiksborger

Der Frederiksborger – die älteste Rasse Dänemarks

Nördlich von Kopenhagen gründete König Friedrich II. in einer romantischen Landschaft mit Wäldern und Seen 1562 das Krongestüt Frederiksborg und damit die Wiege der gleichnamigen Pferderasse. Auf den weitläufigen Koppeln tummelten sich einige hundert Pferde, die zunächst andalusischer und neapolitanischer Herkunft waren und mit ihrem Erbgut die königliche Zucht begründeten. Damit ist der Frederiksborger die älteste Pferderasse Dänemarks.

Farbzucht für königliche Kutschen

König Christian IV. führte im 17. Jahrhundert Hengste aus Nordafrika, der Türkei, Polen, England und Norddeutschland ein und begann, Pferde mit ausgefallenen Farben zu züchten. Die Zuchtpferde wurden in Farbgruppen gehalten. So wurden neben Tigerschecken, die heute als Knabstrupper gezüchtet und bezeichnet werden, weiße Pferde für die königliche Kutsche gezogen, aber auch Pferde mit der rötlichen Fuchsfarbe. Im Exterieur standen die Frederiksborger Füchse im barocken Typ. Ein etwas längerer Rücken, ein Kopf mit Ramsnase sowie eine muskulöse Kruppe und ein Hinterbein, das eine Hankenbeugung leicht möglich machte, gehörten zu den Kennzeichen dieser Rasse.

Frederiksborger Pluto – Stammvater der Lipizzaner

Damals wurde der Grundstein zu den berühmten Frederiksborger weißgeborenen Schimmeln gelegt, die nur noch in Herrenhausen/Hannover ihresgleichen hatten. Bald zählte der Frederiksborger zu den gesuchtesten Pferden in europäischen Gestüten. Pluto, einer der Lipizzaner-Stammväter, der 1772 nach Lipizza kam, war 1765 in Frederiksborg geboren. Der Frederiksborger war eine reine Luxusrasse, gezüchtet für die Hohe Schule und die Prunk- und Paradezeremonien an europäischen Höfen. In den Reitakademien Europas ritten die Fürsten und Adligen vorzugsweise Frederiksborger Pferde.

Mit dem Adel schwand das Interesse am Luxuspferd

Zur Veredelung wurden im 19. Jahrhundert einige Englische und Arabische Vollblüter herangezogen. 1876 wurde Frederiksborg als Staatsgestüt jedoch aufgelöst und an den schwedischen Kammerjunker von Haffner in Brodal/Schonen verkauft. Der Glanz der höfischen Luxusrasse war erloschen. Aus ihr entwickelte sich allmählich ein groberer Wirtschaftstyp. Auch heute, nach Umzüchtung zum vielseitigen Reitpferd im modernen Typ sind oft noch leichte Ramsnasen und runde Formen zu finden. Heute ist nur noch die rote Farb-Linie existent. Pferde, die heute als Frederiksborger bezeichnet werden, sind Füchse, teilweise mit großen Abzeichen.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwischen 153 und 163 cm
  • Farben: meistens Füchse
  • Ursprung und Verbreitung: Dänemark
  • Aussehen / Exterieur: gerader Hals; muskulöse, breite Brust; schwacher Widerrist; langer Körper; kräftiger Rücken; muskulöse Kruppe; starke, kurze, trockene Beine; steile, kurze Schulter
  • Charakter / Interieur: motiviert, aufgeweckt, schlau, temperamentvoll, gutmütig
  • Haupteinsatzgebiete: Reit- und Fahrpferd

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