Missouri Foxtrotter

Der Missouri Foxtrotter ist eine der ältesten Gangpferderassen Amerikas. Etwa um 1820 wurde mit der Zucht dieser Rasse begonnen, als die Siedler von den Bergen und Plantagen in Kentucky, Tennessee und Virginia über den Mississippi nach Westen zogen, um sich auf dem Ozark-Plateau in Missouri niederzulassen. Es entstanden viele berühmte Linien, die meißt nach dem Gründerhengst benannt wurden. Seit 1948 gibt es ein Stutbuch, und innerhalb von 30 Jahren wurden mehr als 15 000 Pferde eingetragen.

Der Fox Trot
Ursprünglich wurden die Pferde der Siedler als Rennpferde und vielseitige Gebrauchspferde gezüchtet. Die Intoleranz der puritanischen Glaubensgemeinschaft verbot jedoch bald diese vrivole und sündige Freizeitbeschäftigung. Daher konzentrierte man sich auf einen neuen Typ Pferd, das den speziellen Anforderungen an ein Nutzpferd in dieser Gegend gerecht werden sollte.

Man stellte sich ein starkes, ausdauerndes Pferd mit weichen Gängen vor, das lange Strecken über unwegsames Gelände zurücklegt, ohne daß es selbst oder sein Reiter ermüden. Um den Typ zu festigen, wurde wohldurchdachtes Line-Breeding unter Einkreuzung von Saddlebreds betrieben. Es entstand ein Pferd mit weichen Bewegungen, das sich durch seinen einzigartigen, rassespezifischen Gang als ideal erwies.

Bei diesem Gang, dem sogenannten Fox Trot handelt es sich um einen abgehackt wirkenden Gang mit großer Trittsicherheit. Genau genommen geht das Pferd vorne einen weit ausgreifenden Schritt, während es mit den Hinterbeinen trabt und dabei über die Spur der Vorderbeine hinwegschleift. Durch diese schleifende Bewegung, die vollkommen gerade sein muß, reduziert sich die Erschütterung in den unteren Gliedmaßen, und die Bewegung im Rücken ist nur noch minimal, so daß er fast gerade bleibt. Somit kann der Reiter fast bewegungslos im Sattel sitzen bleiben und spürt so gut wie nichts von der Bewegung des Pferdes.

Es kann lange Strecken in dieser Gangart zurücklegen und auf kurzen Strecken kann es dabei ein Tempo von bis zu 25 km/h erreichen. In dieser Gangart nickt das Pferd laufend mit dem Kopf (nogging) und der leicht hochgetragene Schweif wippt im selben Rhythmus auf und ab (bobbing).

Die anderen Gangarten sind ein sehr raumgreifender Schritt im Viertakt und ein Galopp, der irgendwo zwischen dem flachen, schnellen, am langen Zügel gerittenen „lope“ des Cowboy-Ponys und dem langsamen, erhabenen Galopp des Tennessee Walkers oder des Saddlebreds einzuordnen ist. Im Gegensatz zu den beiden anderen Rassen hat der Foxtrotter keine hohe Aktion, und künstliche Hilfsmittel, wie ein falscher Schweif oder sonstige Manipulationen am Schweif, damit er hoch aufgerichtet getragen wird, sind nicht erlaubt. Auch schwere Eisen oder Gewichte an speziellen Hufeisen sind verboten. Wenn ein Pferd wunde Stellen am Kronrand oder den Beinen hat, was auf den Einsatz von Ketten hinweist, wird es sofort disqualifiziert. Auf den Shows wird zu 40% der Foxtrott bewertet und zu je 20% Schritt, Galopp und Gebäude. Im Gegensatz zu Saddlebred und Tennesee Walking Horse wird der Missouri Foxtrotter meist mit Westernausrüstung geritten.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwiscen 1,42 und 1,63 cm
  • Farben: Füchse in allen Schattierungen, meist weiße Abzeichen, es werden aber auch alle Farben akzeptiert
  • Ursprung: Missouri, USA
  • Aussehen / Exterieur: Muss einen langen Rücken haben, damit der Fox Trott ausgeführt werden kann; gut gebaut, harte Hufe
  • Charakter / Interieur: genügsam und robust
  • Allgemeines: ob Erwachsene oder Kinder, ist der Foxtrotter mit seinen weichen Gängen und der beruhigenden Trittsicherheit ein äußerst zuverlässiges und ideales Trail-Pferd, das genügsam und sehr robust in der Haltung ist
  • Haupteinsatzgebiet: Reit- und Arbeitspferd

Beschreibung der Gänge der Missouri Fox Trotter

Canter: Der Canter ist eine Drei-Takt- Gangart, geschmeidig, frei, entspannt und auf beiden Händen gerade. Die Tritte sind lang, weitausgreifend. Zu stark versammelter Vier-Takt-Galopp, übermäßiges Tempo und exzessives Pumpen in der Bewegung sind nicht erwünscht.

Flatfoot Walk: Der Flatfoot Walk ist ein flacher Vier-Takt-Gang in lateraler Fußfolge. Die Spur der Hinterbeine soll die der Vorderbeine übertreten.

Foxtrot: Der Foxtrot ist ein diagonaler Gang im Vierschlag. Ein gebrochener Trab, bei dem der vordere Huf, kurz vor dem hinterem auffußt. Das Pferd geht dabei im Walk mit den Vorderbeinen und im Trab mit den Hinterbeinen und tritt dabei über. Der Kopf spiegelt den Rhythmus des Ganges wider. Der Schweif zeigt ebenfalls den Rhythmus des Ganges an.

Galopp: Der getreckte Vier – Takt – Galopp (Renngalopp) soll weich geschmeidig und entspannt in den Bewegungen ablaufen.

Running Walk: Es ist die gleiche Fussfolge wie beim Flatfoot Walk. Die Geschwindigkeit ist höher und der Übertritt der Hinterhand ist deutlich erkennbar.

Single Foot: Es ist die gleiche Fussfolge wie beim Flatfoot Walk. Die Geschwindigkeit ist höher und der Übertritt der Hinterhand ist deutlich erkennbar.

Stepping Pass: Ein gebrochener Pass, bei dieser lateralen Gangart, setzt die Hinterhand kurz vor der Vorhand auf. Diese Gangart ist eine bequeme pleasure Gangart in einer mittleren Geschwindigkeit. Diese Gangart ist besonders weich und bequem für den Reiter und wird von vielen Freizeitreitern bevorzugt.

Walk: Der Walk (Schritt) ist eine natürliche, flach fußende, Vier-Takt- Gangart. Das Pferd bewegt sich aufmerksam und wach, hat eine Schrittlänge, die zu seinem Exterieur paßt.

Zur Pflege und Weiterführung der Zucht wurde 1948 die „Missouri Fox Trotting Horse Breed Association“ in Ava, Missouri, gegründet. Heute sind mehr als 45 000 Fox Trotter in den USA, Kanada und Europa registriert.

Seit 1959 finden in Ava,MO jährlich die Welt-Championships der Missouri Fox Trotter statt.

Trail- und Freizeitreiter quer durch die Vereinigten Staaten haben die Vorzüge der Missouri Fox Trotter genauso entdeckt wie die U.S. Forest Ranger. Für die Ranger, die beispielsweise das weitläufige Naturschutzgebiet des Yellowstone-Parks beaufsichtigen, gibt es keine vergleichbare Pferderasse, wenn es darum geht, sicher durch schwieriges Gelände zu reiten.

Die Geschichte der Missouri Foxtrotter

Im Jahre 1992 wurden die Foxtrotter zum ersten Mal in Europa auf der Hypologica in Berlin und anschließend im März 1993 auf der Equitana in Essen vorgestellt. Einzelne Pferde wurden bereits Mitte der 50ziger von der Queen nach England eingeführt. Es sollen 12 Palominos gewesen sein. Bis 1996 wurden Missouri Foxtrotter in Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich registriert. Seit der Equitana hat sich der Bestand der Missouri Foxtrotter besonders in Österreich und Deutschland stark erhöht. Obwohl diese Rasse besonders bei den Freizeitreitern immer beliebter wird, ist der Missouri Foxtrotter mit ca. 150 Pferden (Stand 1996) in Europa immer noch ein Exote.

Die Erste Europameisterschaft der Missouri Fox-Trotter fand vom 2-4. August 1996 in Traunreut. Schloss Pertenstein statt. Es haben über 40 Pferde aus Deutschland, Östereich und der Schweiz gemeldet. In 9 Disziplinen wurden die Pferde in über 100 Einzelprüfungen vorgestellt.

In Österreich und Deutschland haben sich schon die ersten Züchter etabliert. Das Zuchtmaterial in Europa kann als besonders gut eingestuft werden. Die hohen Frachtkosten aus den USA erklären, dass überwiegend bestes Pferdematerial nach Europa eingeführt wird. Es gibt bereits die ersten zugerittenen Missouri Foxtrotter mit einer Geburtsstätte in Europa.

Mehr Informationen und Antwort auf spezielle Fragen erhalten sie bei der AMFA.

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