Missouri Foxtrotter

 

Missouri Fox Trotter, Smoky Black, Stallion, Quick Trigger in natural gait, www.farwestfoxtrotters.com
Kayla Oakes/ www.farwestfoxtrotters.com

Der Missouri Foxttrotter – einzigartiges Gangpferd

Der Missouri Foxtrotter ist eine der ältesten Gangpferderassen Amerikas. Etwa um 1820 wurde mit der Zucht dieser Rasse begonnen, als die Siedler von den Bergen und Plantagen in Kentucky, Tennessee und Virginia über den Mississippi nach Westen zogen, um sich auf dem Ozark-Plateau in Missouri niederzulassen. Es entstanden viele berühmte Linien, die meist nach dem Gründerhengst benannt wurden. Seit 1948 gibt es ein Stutbuch, und innerhalb von 30 Jahren wurden mehr als 15 000 Pferde eingetragen.

Zur Pflege und Weiterführung der Zucht wurde 1948 die „Missouri Fox Trotting Horse Breed Association“ in Ava, Missouri, gegründet. Heute sind mehr als 45 000 Fox Trotter in den USA, Kanada und Europa registriert. Seit 1959 finden in Ava,MO jährlich die Welt-Championships der Missouri Fox Trotter statt.

Weite Wege – hohe Anforderungen

Ursprünglich wurden die Pferde der Siedler als vielseitige Gebrauchspferde gezüchtet. Die Wege von den Farmen in die Städte waren oft weit. Die Pferde mussten ausdauernd traben und galoppieren können. Gelegentlich musste auch etwas auf einem Wagen transportiert, das Pferd angespannt werden. Ein flottes Vorwärtskommen war bei den langen Strecken ebenfalls gewünscht. Wer es sich leisten konnte, hielt sich ein Rennpferd. Die Intoleranz der damals stark verbreiteten puritanischen Glaubensgemeinschaft sah darin jedoch eine sündige Freizeitbeschäftigung. Daher konzentrierte man sich auf einen neuen Typ Pferd, das den speziellen Anforderungen an ein Nutzpferd in dieser Gegend gerecht werden sollte.

Der Foxtrot – ein sehr bequemer Gang für den Reiter

Man stellte sich ein starkes, ausdauerndes Pferd mit weichen Gängen vor, das lange Strecken über unwegsames Gelände zurücklegt, ohne dass es selbst oder sein Reiter ermüden. Um den Typ zu festigen, wurde wohldurchdachtes Line-Breeding unter Einkreuzung von American Saddlebreds betrieben. Es entstand ein Pferd mit weichen Bewegungen, das sich durch seinen einzigartigen, rassespezifischen Gang als ideal erwies.

Bei diesem Gang, dem sogenannten Fox Trot handelt es sich um einen abgehackt wirkenden Gang mit großer Trittsicherheit. Genau genommen geht das Pferd vorne einen weit ausgreifenden Schritt, während es mit den Hinterbeinen trabt und dabei über die Spur der Vorderbeine hinwegschleift. Durch diese schleifende Bewegung, die vollkommen gerade sein muss, reduziert sich die Erschütterung in den unteren Gliedmaßen, und die Bewegung im Rücken ist nur noch minimal, so dass er fast gerade bleibt. Somit kann der Reiter fast bewegungslos im Sattel sitzen bleiben und spürt so gut wie nichts von der Bewegung des Pferdes.

Der Missouri Foxtrotter – mit Tempo unterwegs

Der Missouri Foxtrotter kann lange Strecken in dieser Gangart zurücklegen und auf kurzen Strecken kann er dabei ein Tempo von bis zu 25 km/h erreichen. In dieser Gangart nickt das Pferd laufend mit dem Kopf (nogging) und der leicht hochgetragene Schweif wippt im selben Rhythmus auf und ab (bobbing).

Training ohne künstliche Hilfsmittel

Die anderen Gangarten sind ein sehr raumgreifender Schritt im Viertakt und ein Galopp, der irgendwo zwischen dem flachen, schnellen, am langen Zügel gerittenen „lope“ des Cowboy-Ponys und dem langsamen, erhabenen Galopp des Tennessee Walkers oder des Saddlebreds einzuordnen ist. Im Gegensatz zu den beiden anderen Rassen hat der Foxtrotter keine hohe Aktion, und künstliche Hilfsmittel, wie ein falscher Schweif oder sonstige Manipulationen am Schweif, damit er hoch aufgerichtet getragen wird, sind nicht erlaubt.

Der Missouri Foxtrotter unter dem Westernsattel

Auch schwere Eisen oder Gewichte an speziellen Hufeisen wie sie beim Saddlebred eingesetzt werden, sind beim Training der Missouri Foxtrotter verboten. Wenn ein Pferd wunde Stellen am Kronrand oder den Beinen hat, was auf den Einsatz von Ketten hinweist, wird es sofort disqualifiziert. Auf den Shows wird zu 40% der Foxtrott bewertet und zu je 20% Schritt, Galopp und Gebäude. Im Gegensatz zu Saddlebred und Tennessee Walking Horse wird der Missouri Foxtrotter meist mit Westernausrüstung geritten.

Beschreibung der Gänge der Missouri Fox Trotter

Canter: Der Canter ist eine Drei-Takt- Gangart, geschmeidig, frei, entspannt und auf beiden Händen gerade. Die Tritte sind lang, weitausgreifend. Zu stark versammelter Vier-Takt-Galopp, übermäßiges Tempo und exzessives Pumpen in der Bewegung sind nicht erwünscht.

Flatfoot Walk: Der Flatfoot Walk ist ein flacher Vier-Takt-Gang in lateraler Fußfolge. Die Spur der Hinterbeine soll die der Vorderbeine übertreten.

Foxtrot: Der Foxtrot ist ein diagonaler Gang im Vierschlag. Ein gebrochener Trab, bei dem der vordere Huf, kurz vor dem hinterem auffußt. Das Pferd geht dabei im Walk mit den Vorderbeinen und im Trab mit den Hinterbeinen und tritt dabei über. Der Kopf spiegelt den Rhythmus des Ganges wider. Der Schweif zeigt ebenfalls den Rhythmus des Ganges an.

Galopp: Der getreckte Vier – Takt – Galopp (Renngalopp) soll weich geschmeidig und entspannt in den Bewegungen ablaufen.

Running Walk: Es ist die gleiche Fussfolge wie beim Flatfoot Walk. Die Geschwindigkeit ist höher und der Übertritt der Hinterhand ist deutlich erkennbar.

Single Foot: Es ist die gleiche Fussfolge wie beim Flatfoot Walk. Die Geschwindigkeit ist höher und der Übertritt der Hinterhand ist deutlich erkennbar.

Stepping Pass: Ein gebrochener Pass, bei dieser lateralen Gangart, setzt die Hinterhand kurz vor der Vorhand auf. Diese Gangart ist eine bequeme pleasure Gangart in einer mittleren Geschwindigkeit. Diese Gangart ist besonders weich und bequem für den Reiter und wird von vielen Freizeitreitern bevorzugt.

Walk: Der Walk (Schritt) ist eine natürliche, flach fußende, Vier-Takt- Gangart. Das Pferd bewegt sich aufmerksam und wach, hat eine Schrittlänge, die zu seinem Exterieur passt.

Der Missouri Foxtrotter – bei Freizeitreitern und Rangern beliebt

Trail- und Freizeitreiter quer durch die Vereinigten Staaten haben die Vorzüge der Missouri Fox Trotter genauso entdeckt wie die U.S. Forest Ranger. Für die Ranger, die beispielsweise das weitläufige Naturschutzgebiet des Yellowstone-Parks beaufsichtigen, gibt es keine vergleichbare Pferderasse, wenn es darum geht, sicher durch schwieriges Gelände zu reiten.

Der Missouri Foxtrotter in Europa

Im Jahre 1992 wurden die Foxtrotter zum ersten Mal in Europa auf der Hypologica in Berlin und anschließend im März 1993 auf der Equitana in Essen vorgestellt. Einzelne Pferde wurden bereits Mitte der 50ziger von der Queen nach England eingeführt. Es sollen 12 Palominos gewesen sein. Bis 1996 wurden Missouri Foxtrotter in Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich registriert. Seit der Equitana hat sich der Bestand der Missouri Foxtrotter besonders in Österreich und Deutschland stark erhöht. Trotzdem ist der Missouri Foxtrotter in Europa immer noch ein Exote.

 

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwiscen 1,42 und 1,63 cm
  • Farben: Füchse in allen Schattierungen, meist weiße Abzeichen, es werden aber auch alle Farben akzeptiert
  • Ursprung: Missouri, USA
  • Aussehen / Exterieur: Muss einen langen Rücken haben, damit der Fox Trott ausgeführt werden kann; gut gebaut, harte Hufe
  • Charakter / Interieur: genügsam und robust
  • Allgemeines: ob Erwachsene oder Kinder, ist der Foxtrotter mit seinen weichen Gängen und der beruhigenden Trittsicherheit ein äußerst zuverlässiges und ideales Trail-Pferd, das genügsam und sehr robust in der Haltung ist
  • Haupteinsatzgebiet: Reit- und Arbeitspferd

 

 

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