New Forest Pony

 

summer, the new forest national park, southern england, uk
iStock / romorgan

Das New Forest Pony – im Süden Englands zuhause

Das New Forest Pony ist im Süden Englands zuhause. Der New Forest, der dieser Rasse auch den Namen gab, liegt zu einem großen Teil in Hampshire und ist heute Teil des Nationalparks New Forest. Benannt wurde dieses Waldgebiet durch König William, der das Gebiet als Jagdrevier deklarierte. Damals umfasste das Waldareal rund 30.000 Hektar.

Das Leben im Nationalpark

Heute umfasst der New Forest Nationalpark rund 17.000 Hektar Land. Dazu gehören auch mehrere kleine Ortschaften. Per Dekret leben die Tiere in dieser Region halbwild. Die Ponys, Esel, Schweine, Rinder und Schafe im New Forest dürfen frei laufen – dies wurde den Bauern damals als Entschädigung für den Wildverbiss zugesprochen und gilt bis heute. Gesichert sind die Straßen und Zufahrten durch Cattle Grids, die von den Tieren nicht passiert werden.

Beste Bedingungen

Durch die besonderen Bedingungen im New Forest leben die New Forest Ponys in ihrer Heimat ein sehr pferdegerechtes Leben. Die Ponys streifen in Herden über Wiesen, durch Heidelandschaft und Wälder, ernähren sich von Büschen, Gräsern und Kräutern und haben sowohl Bewegung wie auch Sozialkontakte.

Das New Forest Pony – Eigenschaften

Die Wurzeln dieser Rasse sind bei den ursprünglichen Moorponys der Region zu finden. Doch um die Zucht zu verbessern, wurden viele verschiedene Rassen eingekreuzt. Trotz vorhandener Größenunterschiede innerhalb dieser Rasse wird das New Forest Pony heute im allgemeinen eher als eines der großrahmigen Berg- und Moorlandponys angesehen. Es hat einen kräftigen Körperbau und ein Stockmaß von mindestens 132cm.

Freizeit- und Kinderpony

Das New Forest Pony, auch Forester genannt, ist ein vielseitiges Pony und als Kinderpony sehr beliebt. Doch nicht nur mit dem Nachwuchs im Sattel ist dieses Pony in den meisten Reitdisziplinen  erfolgreich. Egal ob es sich um Dressurwettbewerbe, Distanzritte, Springreiten, Militarys oder Fahrwettbewerbe handelt. Wie alle anderen bodenständigen Ponyrassen Englands und Irlands sind die Foresters sehr zäh, unkompliziert in der Haltung und haben einen ruhigen, freundlichen Charakter, was sie als geeignete Familienponys auszeichnet.

the new forest national park, hampshire, southern england, uk, due to the recent decline in population the new forest pony is now a rare breed
iStock/romorgan

Das New Forest Pony – mit Charme und Schopf, echt britisch

Unter den bodenständigen britischen Rassen ist das New Forest das am wenigsten charakteristische Pony. Das liegt vor allem daran, dass bis in die dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts eine enorme Vielfalt verschiedener Rassen in die Zucht eingebracht wurde, teilweise völlig wahl- und kritiklos, teilweise aber auch mit der Absicht, Körperbau und Substanz des Foresters zu verbessern, da dieser über Jahrhunderte hinweg etliche Degenerationserscheinungen gezeigt hatte.

Verschiedene Einflüsse bei der Zucht

So wurden Araber, Vollblüter und Hackneys dazu verwendet, die Herden-Substanz zu verbessern. Andererseits hat man die dort lebenden Tiere fast aller anderen bodenständigen Ponyrassen vom Highland bis zum Welsh herausgenommen. Sie hatten jedoch der Zucht bereits ihren Stempel aufgedrückt. Bis heute ist es möglich, Foresters mit eindeutig arabischen Merkmalen zu sehen, aber auch solche mit dem typischen Mehlmaul des Exmoorponys. Alle Falben unter den Foresters sollen angeblich von den Highlandponys abstammen.

Auch auf dem Festland gibt es New Forest Ponys

Inzwischen werden die New Forest Ponys auch exportiert, vor allem aufs europäische Festland und hier besonders nach Holland. Aber auch in Kanada, in den USA, in Australien und Neuseeland gibt es etliche Herden, die sich sehen lassen können. Jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst finden Ponyverkäufe in Beaulieu Road in der Nähe von Lyndhurst statt. Wer so ein Pony kauft, kann sich zumindest über eines sicher sein: Sein Pony ist an den Straßenverkehr gewöhnt, da es von Geburt an mit dem Straßenverkehr, der durch die Waldgebiete führt, konfrontiert wird.

Halbwild, aber kontrolliert

Heute leben im New Forest Nationalpark in Hampshire rund 3000 Ponys »halbwild«. Sie gehören den NewForest Commoners, auf deren Besitzungen die alte Tradition der Weiderechte liegt. Jedes Jahr im Herbst wird die spektakuläre Pony-»Drift« abgehalten. Die New Forest Agisters, die das ganze Jahr über ein Auge auf die Ponys haben und sich um deren Wohlergehen kümmern müssen, organisieren dieses traditionelle Treiben. Sie treffen sich mit den in ihrer Gegend Ponys besitzenden Commoners.

Alle Beteiligten sind beritten, und unter viel Geschrei und Peitschenknallen wird die Ponyherde eingekreist und in einen Paddock getrieben. Dort bekommen sie ein Wurmmittel, werden registriert, und die Agisters schneiden ihre Schweife in einer ganz bestimmten Form, woran sofort zu erkennen ist, dass die »Weide-Gebühr« bezahlt wurde. Fohlen, die für den Verkauf bestimmt sind, werden ausgesondert, alle anderen Fohlen und Stuten gehen in den Forest zurück.

 

Rassenmerkmale:

  • Größe: höchstens 145cm, meistens kleiner, aber selten unter 125cm.
  • Farbe: alle erlaubt bis auf Schecken. Braune in allen Schattierungen dominieren. Weiße Abzeichen an Kopf und Beinen sind erlaubt.
  • Merkmale: ein New Forester sollte den charakteristischen Ponykopf haben, lange, schräge Schultern, eine kräftige Hinterhand, starken Körperbau, gute Gurtentiefe, gerade Gliedmaßen und harte, runde Hufe.
  • Aktion: frei, lebendig und gerade, aber nicht übermäßig temperamtvoll

Schreibe einen Kommentar