Oldenburger

Oldenburger – eine Rasse im Wandel der Zeit

Der Oldenburger ist eine Warmblut-Rasse aus Niedersachsen. Diese Rasse hat in den letzten 100 Jahren eine enorme Entwicklung erlebt. Zunächst eines der schwersten Warmblutpferd, wurde es vor allem als Arbeitspferd, später als Karossier vor dem Wagen eingesetzt. Heute ist der Oldenburger ein Sportpferd, das in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit Reitern zu Championats-Medaillen verhilft.

Der Oldenburger – ursprünglich ein schweres Kutschpferd

Der Oldenburger, der durchaus ein Stockmaß von mehr als 173cm hat, war lange das wohl größte und schwerste Warmblutpferd in der Bundesrepublik Deutschland. Die ursprüngliche Oldenburger-Zucht basiert auf friesischem Blut und wurde vor ca. 300 Jahren von dem Grafen von Oldenburg begründet, der jedoch bald leichteres Blut, vor allem aus Spanien und Italien, einführte, um dem Bedarf an Kutschpferden nachzukommen.

Entwicklung zum leichteren Typ

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts fand eine weitere Veränderung statt durch Einkreuzung von spanischem Blut, Berberblut und englischem Halbblut. So erhielt man ein kräftiges Kutschpferd, das – seinem ursprünglich friesischen Blut entsprechend – relativ früh reif wurde. Nachdem jedoch kaum noch Kutschpferde verlangt wurden, musste das Zuchtprogramm wieder geändert werden. Dabei wurden vor allem zwei Hengste eingesetzt – das Vollblut Lupus und der Normänner Condor -, durch die ein brauchbares Reitpferd entstand. Schließlich führte man noch mehr Vollblut zu, zusammen mit Hannoveraner– und Trakehnerblut.

Der Oldenburger – vielseitiges Talent

So hat sich die Rasse im Laufe der Zeit zu einem Vielzweckpferd entwickelt. Der alte Schlag des schweren Oldenburger Warmblutes existierte Ende des letzten Jahrhunderts lediglich noch in einem kleinen Bestand. Heute wird der Alt-Oldenburger wie er inzwischen genannt wird, jedoch wieder beliebt und die Zucht erfährt eine kleine Neubelebung. Ob vor der Kutsche oder unter dem Sattel – der Oldenburger und der Alt-Oldenburger haben eine wachsende Fangemeinde.

Heute ein modernes Sportpferd mit internationalen Erfolgen

In der Dressur hat sich der Oldenburger in den letzten zwanzig Jahren ebenso an die Spitze des internationalen Teilnehmerfeldes gesetzt wie im Springen oder in der Disziplin Vielseitigkeit. Dabei wurde in der Zucht vor allem auf durchgezüchtete, solide Oldenburger Stutenstämme gesetzt. Angepaart wurden diese Stuten längst nicht immer mit Oldenburger Hengsten. Vielmehr hat sich der Zuchtverband dafür geöffnet Hengste anderer Warmblutrassen einzubeziehen, die selbst sportliche Leistungen erbracht haben. Der Zuchteinsatz von Hengsten anderer Zuchtgebiete, wie zum Beispiel Holsteiner, Selle Francais, KWPN, BWP, Hannoveraner oder Westfalen, hat Früchte getragen. Dazu gibt es viele bekannte Beispiele.

Weihegold, Hale Bob und Balou du Rouet

Dressur-Königin Isabell Werth hat mit ihrer Oldenburger Stute Weihegold eines der weltweit erfolgreichsten Pferde aller Zeiten unter dem Sattel gehabt. Die Stute holte etliche Medaillen bei Championaten, darunter Weltmeisterschaftstitel, Europameisterschafts-Triumphe und Olympia-Medaillen. Im Springsport war es  Balou du Rouet, der den Oldenburger Verband ins Rampenlicht rückte. In der Disziplin Vielseitigkeit sind es unter anderem Colani Sunrise unter Kai Rüder und Hale Bob unter Ingrid Klimke, die als Oldenburger bei internationalen Turnieren am Start sind bzw. waren.

 

Rassenmerkmale:

  • Größe: mindestens 165cm, meist über 170cm.
  • Farbe: Braune, Rappen, selten Schimmel.
  • Kopf: ziemlich groß, oft Ramskopf.
  • Hals: ziemlich lang, dick und sehr kräftig.
  • Schultern: sehr muskulös, schräg.
  • Gebäude: tief, sehr muskulös, breite Brust, häufig flache Rippen.
  • Hinterhand: mächtig, mit hoch aufgesetztem Schweif.
  • Gliedmaßen: kurz und kräftig, große Sprunggelenke.
  • Aktion: ziemlich hohe Knieaktion

Quelle Bild: Martin Bahmann / (CC:BY,SA)

Schreibe einen Kommentar