Percheron

Percheron Pferde auf der Weide
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Der Percheron – ein Schwergewicht aus Frankreich

Die Kaltblutrasse Percheron ist in Frankreich zuhause. Genauer gesagt ist die Wiege des Percheron die südwestlich von Paris gelegene Region Perche in der Normandie. Dieses französische Schwergewicht ist trotz seiner großen Statur und der Schwere seines Gebäudes vom Araber geprägt. Die Einkreuzung orientalischen und arabischen Blutes verleiht diesem Kaltblut Eleganz und Adel.

Kaltblut mit besonderen Eigenschaften

Ein anderer Aspekt, der auf die Zuführung arabischen Blutes zurückgeführt werden kann, ist ein sehr schwach ausgeprägter Kötenbehang. Für Kaltblüter ist dies eher untypisch. Bei vielen Rassen ist ein starker Behang sogar als Zuchtziel notiert. Der Percheron dagegen kommt ohne viel Kötenhaar an der Fessel aus und ist gerade deshalb oft begehrt. Ist ein starker Behang doch immer wieder als Ursache für Hauterkrankungen im Gespräch.

Lange Zuchttradition

Wie alle Kaltblüter ist der Percheron mit dem Zuchtziel eines kräftigen Lasten- und Arbeitspferdes gezüchtet worden. Durch das Klima seiner Herkunftsregion, die mineralischen Böden der Perche und die Landarbeit geprägt, hat sich dieses französische Pferd schon früh großer Beliebtheit erfreut. Vielleicht haben Percheron-Vorfahren die Ritter von Karl Martell getragen, die die Invasion der Mohammedaner in Europa im Jahre 732 n. Chr. bei Poitiers gestoppt haben. Es wird behauptet, dass von dieser Zeit an für französische Züchter orientalisches Blut zur Verfügung stand.

Weltweit beliebtes Kaltblut

Der Percheron ist auch in anderen Ländern sehr beliebt. So sind viele Vertreter dieser Rasse in die USA und nach Kanada verkauft worden. Dort werden die Dicken aber nicht nur als Arbeitspferde eingesetzt, sie werden auch gerne gesattelt. Im Hinblick auf die Zucht, wird auf der anderen Seite des Atlantik der Percheron gerne mit einem Spanier gekreuzt. Diese Spanish Norman genannten Pferde sind inzwischen als eigene Rasse anerkannt und werden besonders von  Rangern geschätzt, die diese Pferde unter dem Sattel im Gelände einsetzen.

Der Percheron – ein Pferd mit viel Blut

Arabisches Blut dominiert auch die einflussreichsten Percheron-Blutlinien, vor allem die des Hengstes namens Jean le Blanc, der im Jahre 1830 geboren wurde. Trotz dieses Einflusses hat die Rasse nichts an Größe und Stärke verloren. Der stärkste Hengst der Welt war der Percheron Dr. Le Gear. Er hatte ein Stockmaß von 213cm und wog 1372 kg.

Rassenmerkmale:

  • Farben: Rappen, Schimmel
  • Haupteinsatzgebiete: War Kriegspferd, Kutschenpferd, Bauernpferd und wurde auch als Reitpferd eingesetzt, heute Fahrsport
  • Charakter / Interieur: zäh, vielseitig, fromm, umgänglich, intelligent; gute, flache und aktive Bewegungen, ragt somit aus andere Kaltblutrassen heraus
  • Aussehen / Exterieur: Feiner Kopf mit langen Ohren und grossen Augen, breite Stirn, kurze, kräftige Gliedmassen mit wenig Kötenbehang, gut geformte, mittelgrosse Hufe, breiter, gedrungener Rumpf mit tiefer Brust und grossser Gurttiefe, markanter Widerrist, schräge, stark bemuskelte Schulter
  • Einflüsse: Normannisches Pferd lieferte Grösse, Substanz, Gewicht und Knochenstärke, Araber ergänzte Qualität, verbesserte Gangvermögen und vererbte Gesundheit
  • Allgemeines: Sicherlich eine der bekanntesten Zugpferderassen. „Postier Percheron“ nennt man die kleinere Art des Percheron.

 

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