Schwedisches Warmblut

Das Schwedische Warmblut gilt als ein hervorragendes Allround-Reitpferd mit bemerkenswerten Qualitäten. Es ist nicht nur ein gutes Sport- und Turnierpferd, sondern auch eines, welches durch sein ausgeglichenes Temperament alle Reiter erfreut. Besonders liegen der Rasse Dressuraufgaben und es gibt einige Schwedische Warmblüter, die in dieser Disziplin bekannt geworden sind: Piaff, Junker, San Fernando, Werder und Widin, aber auch der für die USA gerittene Fellow Traveller. Die Warmblüter haben aber auch die Spitze im Military-Reiten erreicht, so zum Beispiel Iluster; welcher bei der Olympiade 1956 die Goldmedaille in der Einzelwertung gewann.

Die Zucht nahm ihren Anfang im Königlichen Gestüt von Flyinge und von Anfang an wurde sehr sorgfältig selektiert. Ursprünglich wurden spanische, orientalische und friesische Hengste importiert, um gute Pferde für den Königlichen Marstall und die Kavallerie zu bekommen. Später versuchte man, die Vielseitigkeit des Pferdes noch zu verbessern und kreuzte Araber, Hannoveraner, Trakehner und Vollbluthengste – letztere von so großer Qualität wie der Halbbruder von Nasrullah, Darbhanga.

Das Gestüt in Flyinge ist immer noch der Hauptzuchtort für die Warmblüter und die Zuchtauswahl ist nach wie vor sehr hoch angesetzt – für die Gestütspferde ebenso wie für die Pferde von privaten Eigentümern. Seit 1874 gibt es ein staatliches Prämiensystem und bevor die Hengste und Stuten für die Zucht zugelassen werden, müssen sie sich die Untersuchung durch einen Inspektor gefallen lassen der jedes Jahr im Frühling durchs ganze Land reist und sich die geeigneten Pferde aussucht. Erstklassige Tiere kommen in Klasse A, die etwas weniger guten in Klasse B und die anderen, deren Eigenschaften kaum schlechter sind, haben eben nur »bestanden«. Eine Höherqualifizierung ist durchaus möglich wenn ein Tier hervorragende Nachkommen bringt oder sich selbst auf Turnieren bewährt. Genauso ist aber auch eine Degradierung möglich und ein Hengst kann ohne weiteres wieder von der Zuchtliste gestrichen werden.

Die Hengste werden übrigens nicht nur nach dem äußeren Erscheinungsbild und nach Gesundheit eingestuft, sondern müssen auch ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Zuchtherde in Flyinge wird in jedem Herbst aufgefrischt, wenn etwa 15 Junghengste aus demselben Jahr von Privatzüchtern geliefert werden. Als Jährlinge werden sie nochmals getestet, die Nichtgeeigneten werden gelegt (kastriert) und anschließend bei einer Auktion verkauft. Die im Gestüt verbleibenden werden mit zweieinhalb Jahren erneut geprüft und die besten von ihnen dann für den Vorführungstest trainiert. Die anderen werden ausgesondert und ebenfalls gelegt. Auf diese Weise bleibt die Qualität der Zucht erhalten und wird sogar ständig verbessert.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Möglichst nicht über 165 cm
  • Farbe: Alle Farben möglich
  • Ursprung und Verbreitung: Schwede, heute auch USA und Europa
  • Aussehen / Exterieur: Große Gurtentiefe; kurze, kräftige Beine; ausdrucksvoller Kopf; gelegentlich konvexes Profil; sinkende Schultern; ausgeprägter Widerrist, mittellanger, gerader Rücken; leicht absinkende Kruppe; trockenes Fundament; standfest; robuste, gute Hufe
  • Charakter / Interieur: schlau, leichtfuttrig, energisch, folgsam, besonnen, mutig, einfühlsam, aufmerksam
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpferd, gute Dressur und Springveranlagungen

Quelle Bild: fotoimage / public domain

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