Pferdegedicht: „Nikolaus“

Das Märchen vom Nikolaus und dem Islandpferd
oder
Warum der Nikolaus kein Rentier mehr hat…

Im Dezember war’s, vor langer Zeit,
Die Landschaft war total verschneit,
Da mußte los der Nikolaus,
Geschenke bringen von Haus zu Haus.

Wenn ich dadurch zu Fuß jetzt geh
Dann bleib ich stecken in dem Schnee.
Ob ich mal in die gelben Seiten seh
Und nehme vielleicht DPD

Man was ist das für ein Streß,
Da hilft mir auch nicht UPS.
So dachte sich der Nikolaus,
und kam nicht raus aus seinem Haus.

Aber dann kam ihm die rettende Idee:
Ich fahre mir dem Schlitten über’n Schnee,
Doch selber ziehen, das ist schwer,
Also muß ein Helfer her.

Ich nehm ein Rentier, das ist groß und kräftig,
Diese Tiere sind momentan auch nicht beschäftigt.
Sie stehen einfach rum im Zoo,
Ich hol mir eins, das mach ich so.

Gesagt getan, flugs lief er zum Gehege,
Da stand nur ein’s und ziemlich träge,
Es gähnte lauthals durch die Nacht,
Und hatte die Augen zugemacht.

He, hallo, Rentier, wache auf,
und komm mal her, nun lauf, nun lauf!
Das Rentier Rudi kam heran im Schritt,
Und wirkte überhaupt nicht fit.

Dem Nikolaus verging das Lachen,
Mensch, was soll ich denn bloß machen?
Ich muß verteilen meine Sachen,
die Kindern so viel Freude machen.

Es half alles nichts, Rudi wurde angespannt,
Auf ging die Fahrt durch’s tiefverschneite Land.
Doch langsam ging es nur voran,
Und so kam’s, dass der Nikolaus verspätet kam.

Zu Ostern war er erst Daheim,
Man glaubt es nicht, kann so was sein?
Das passiert mir nicht noch mal,
Dieses Tier war echt ‘ne Qual.

So dachte sich der Nikolaus,
Und warf das faule Rentier raus,
Und seine bange Frage war,
Was nehm ich bloß im nächsten Jahr?

Ihr könnt’s Euch denken, ahnt es schon,
Es half ihm Toti Gretarsson.
Der hatte an den Nikolaus gedacht,
Und ein Islandpferdchen mitgebracht.

Ein robuster, schneller Hengst,
Den kriegst Du, wenn Du mir was schenkst,
So sagte Toti zu dem guten Mann,
Und es war klar, dass er auch was dafür bekam.

Der Hengst war Klasse, ein toller Rappe,
Und nicht so lahm wie die Rentier-Attrappe,
Und jetzt kommen auch die Geschenke prompt,
Weil St. Niklas mit ‘nem Isländer kommt.

Ach ja, und dass ich es auch noch erwähne,
Er hat ‘ne wundervolle Mähne.
Zwischen ihm und Rudi liegen Welten,
Denn er ist schnell und er kann tölten.

Seht Ihr alsbald ‘nen Isi mit ‘nem Schlitten,
Kommt der Nikolaus einhergeritten,
Dann öffnet beiden Tür und Tor,
Denn ich glaub, so was kommt nur ganz, ganz selten vor.

eingesandt und geschrieben von H.G. Meyer

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