Der dunkelbraune Hengst

Der dunkelbraune Hengst war allein.
Er graste nicht, verharrte ganz still,
mit erhobenem Kopf und geblähten Nüstern.
Die Windböen peitschten seinen langen Schweif, doch das Pferd stand wie aus Erz gegossen.
Es kannte inzwischen den sintflutartigen Regen Connemaras und hatte gelernt, ihn nicht mehr zu fürchten,
obwohl er weit weniger dafür geschaffen war als die abgehärteten einheimischen Ponys.
Der Hengst wusste: Der Regen schmerzte nicht.

Aufmerksam zog der Hengst die Luft ein, ließ seine empfindlichen Ohren spielen.
Beim Brausen der Böen, die nun immer heftiger kamen, bebte sein Körper.
Doch es war nicht das Rauschen des Windes, dem er lauschte,
nicht der Geruch des nahenden Regens, den er in sich aufnahm,
nicht der Anblick der Wolkenwand über den westlichen Bergen, wonach er suchte.
Sein Blick ging in die andere Richtung.

Und er wartete

(unbekannt) eingesandt von Alex Keller

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