Gebet eines Pferdes 2

Gib‘ mir zu fressen,
gib‘ mir zu trinken
und sorg‘ für mich,
und wenn des Tages Arbeit getan ist,
gib‘ mir ein Obdach
ein sauberes Lager
und einen nicht zu kleinen Platz im Stall.

Rede mit mir,
denn oft ersetzt mir Deine Stimme die Zügel;
sei gut zu mir
und ich werde Dir noch freudiger dienen
und Dich gern‘ haben.

Reiß‘ nicht an den Zügeln;
Greif‘ nicht zur Peitsche,
wenn es aufwärts geht;
schlage und stoße mich nicht,
wenn ich Dich nicht verstehe,
sondern gib‘ mir Zeit
Dich zu verstehen.

Halte mich nicht für ungehorsam,
wenn ich Deinen Willen nicht erfülle:
vielleicht sind Sattelzeug
und Hufe nicht in Ordnung.

Prüfe meine Zähne,
wenn ich nicht fressen mag,
– vielleicht tut mir ein Zahn weh.
Du weißt wie das schmerzt.

Halftere mich nicht zu kurz
und kupiere nicht meinen Schweif,
er ist meine einzige Waffe
gegen Fliegen und Moskitos.

Und wenn es zu Ende geht,
geliebter Herr,
wenn ich Dir nicht mehr zu nützen vermag,
lasse mich bitte nicht hungern und frieren
und verkaufe mich nicht.

Gib‘ mich nicht einem fremden Herrn,
der mich langsam zu Tode quält
und mich verhungern lässt,
sondern sei‘ so gütig
und bereite mir einen schnellen
und barmherzigen Tod
und Gott wird es Dir lohnen,
hier und in Ewigkeit.

Lasse mich dies von Dir erbitten
und glaube nicht,
dass mir an Ehrfurcht gebricht,
wenn ich es in seinem Namen tue,
der in einem Stall geboren ist…

Amen.

(unbekannt) eingesandt von Nicole Peck

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