Der Panther

Sein Blick ist vom
vorübergehen
der Stäbe
so müde geworden,
dass er
nichts mehr hält.


Ihm ist es, als ob es
tausend Stäbe gäbe
und hinter
tausend Stäben
keine Welt.

Der weiche Gang
geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz um eine Mitte,
in der betäubt,
ein grosser Wille steht.

Nur manchmal
schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf,
dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.


Von Rainer Maria Rilke, einem der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Er starb am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz.

eingesandt von Regina Sturm

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