Tipps beim Kranken Pferd I

Einen wirklichen Erste-Hilfe-Kurs für Pferdehalter gibt es nicht offiziell, trotzdem sollte man in der Lage sein kleinere Wunden bei seinem Pferd selbst zu behandeln. Und ebenso sollte der Pferdebeistzer in der Lage sein einzuschätzen, wann der Tierarzt hin zu gezogen werden muss.

Die erste Regel, die ein Pferdehalter beachten sollte, ist dass das Pferd ausreichend geimpft ist. Es sollte aufjedenfall gegen Wundstarrkramp geimpft werden. Über weitere Impfungen berät der Tierarzt des Vertrauens.

Kleine Schürfwunden, Kratzer, Risse etc. kann man einfach mit Jod oder einem Desinfektionsspray reinigen. Bei größeren Wunden sollte man den Tierarzt rufen, da dieser die Wunden wieder zunähen kann. Dann sollte die Wunde vorher nicht desinfiziert werden. Sehr stark blutende Wunden kann man mit einem Druckverband versorgen, bis der Tierarzt kommt.

Bei eingetretenen Steinen oder irgendwelchen anderen Fremdkörpern im Fuß, sollte man immer sofort nachsehen und versuchen den Fremdkörper zu entfernen! Es kann schnell zum Lahmen des Pferdes kommen, mit Hufverletzungen ist nicht zu spaßen. Normalerweise benutzt man einen Hufkratzer dafür, wenn keiner zur Hand ist, kann man es auch mit jeglichen Schnallen (z.B.: Sattelgurtschnalle) probieren. Die Stelle markieren, damit die Stelle so schnell wie möglich nachversorgt werden kann.

Bei einem Nageltritt, zuerst den Tierarzt fragen. Wenn man den Nagel doch selbst rauszieht, immer in Richtung des Eindringens herausziehen. Die Stelle sollte markiert werden, damit man bei der Nachversorgung noch weiß wo die Stelle war.

Wenn ein Fremdkörper im Auge des Pferdes ist, sollte man diesen mit einem sauberen!!, fusselfreien Schwamm / Tuch und reichlich Wasser entfernen. Reiben ist immer eine schlechte Taktik, da damit der Fremdkörper noch tiefer ins Auge gelangen könnte.

Bei Satteldruck oder Gurtdruck sollte man die Verletzung immer ganz ausheilen lassen und dann erst wieder reiten! Es kann dann auch schon mal passieren, dass man einige Monate ohne Sattel reiten muss. Generell ist Gurtdruck oder Satteldruck ein Zeichen für nicht optimal passende Sättel bzw. Gurte. Kein Pferd muss Satteldruck oder Gurtdruck haben! Es lohnt sich den Sattel sorgfältig und mit Geduld auszusuchen! Die Sattelkammer muss den Widerrist frei lassen und auch die Wirbelsäule muss frei bleiben. Die Satteldecke darf keine Falten werfen! Wenn doch ein Satteldruck entstanden ist, kann man die Stelle mit kaltem Wasser kühlen, oder eine Essigwasserlösung verwenden. Der Tierarzt oder ein erfahrener, langjähriger Reiter sollte zurate gezogen werden.

Bei einer Kolik muss selbstverständlich immer der Tierarzt gerufen werde, da Koliken sehr gefährlich sind! Die Futteraufnahme sollte sofort verhindert werden und am besten führt man das Pferd bis zum Eintreffen des Tierarztes.

Bei Lahmheiten sollte man ebenfalls den Tierarzt verständigen!

Einem festliegendes Pferd sollte man erst einmal probieren zu helfen. Meist passiert dies, weil die Box des Pferdes zu klein ist und das Pferd nicht mehr genug Schwung holen kann zum aufstehen oder es sich nicht bequem hinlegen kann. Dabei können Pferde leicht Panikanfälle bekommen, sich Kratzer oder Schürfungen zuziehen oder sogar Kreislaufzusammenbrüche erleiden. Daher sollte man darauf achten, dass die Box des Pferdes mindestens 10 cm dick mit Stroh eingestreut ist, damit das Pferd genug halt hat beim aufstehen. Je nachdem wo das Pferd in der Box liegt, kann man probieren es über den Rücken zu drehen, sodass es dann vielleicht mehr Platz zum aufstehen hat. Oder man Bewegt die Einstreu soweit weg von dem Pferd, dass es beim aufstehen keinen Hügel vor sich hat. Als letzten Versuch kann man probieren das Pferd am Widerrist aufzurichten, vorher sollte man die Vordergliedmaßen etwas vor das Pferd gezogen haben und am besten noch zusätzlich mit 2 Stricken am Halfter probieren das Pferd seitlich hoch zuziehen. Wenn all diese Versuche nichts nützen, deutet es höchst wahrscheinlich darauf hin, dass das Pferd krank ist. In diesem Fall sollte ein Tierarzt gerufen werden. Eine Gerte sollte als Aufstehhilfe nicht benutzt werden, das zeugt nicht von Tierliebe! Zudem kann das Pferd dann in Panik geraten und sich verletzten.

Durchfall kann das Pferd von falschem / neuem Futter, Schimmel, zu viel frisches (junges) Grünfutter, zu vielen Äpfeln, zuviel Brot oder selten auch Nervosität bekommen. Natürlich gibt es auch noch andere weitaus schlimmere Ursachen. Z.B. auch Wurmbefall kann für Durchfall sorgen.Nach 2 Tagen Durchfall, sollte ein Tierarzt unbedingt gerufen werden, denn das Pferd verliert dadurch sehr viel Wasser, Nahrung und Nährstoffen.

Wenn sich das Pferd verschluckt, bzw. etwas in der Speiseröhre stecken bleibt, kann das sehr gefährlich werden. Brot, Kraftfutter, Rübenschnitzel, alles das kann in der Speiseröhre stecken bleiben.  Das Pferd schafft es nicht das Futter runter zu schlucken und beginnt zu husten. Dabei kann Speichel in die Luftröhre dringen und sogar eine Lungenentzündung hervorgerufen werden. Eine leichte Massage des Halses in Richtung Maul kann helfen, es sollte sofort der Tierarzt gerufen werden!

Pilzerkrankungen sind anstrengend und schwer zu bekämpfen. Meist beginnen die Hautpilzerkrankungen im Herbst, zur Zeit des Haarwechsels. Das A und O ist es sein eigense Putzzeug zu haben und dieses sauber zu halten. Ratsam ist es einen Tierarzt zu rufen. Die verabreichten pilztötenden Medikamente rufen nicht selten eine allergische Reaktion vor, lasse Dich von Deinem Arzt beraten.

Bei Lahmungen, undefinierbaren Krankheitsbildern, komischem Verhalten etc. ist am besten so schnell wie Möglich ein Tierarzt zu konsultieren.

Quelle Bild: Anett Weirauch www.weirauch-mediadesign.de

Dieser Artikel ersetzt nicht die Meinung eines Tierarztes. Die Angaben sind ohne Gewähr.

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