Dülmener

Drei Dülmener Pferde
iStock / Stefanie Heilein

Das Dülmener Pferd – ein deutsches Wildpferd

Die Dülmener stellen Deutschlands einzige echte Primitivpferde dar, die auf Wildpferdeahnen zurückgehen und völlig natürlich gehalten werden. Auf die Erhaltung des Wildpferdecharakters konzentrierte man sich allerdings erst ab 1944.

Im Besitz der Herzöge von Croy lag der Merfelder Bruch, eine urtümliche Moorlandschaft nahe Dülmen. Bereits im Jahre 1316 werden die Wildpferde des Bruchs urkundlich erwähnt. Dem Herzog Alfred von Croy  ist es zu verdanken, das das Wildgestüt erhalten blieb. Er ließ um 1850 einen Restbestand von rund 20 Pferden auf seinem Land eingattern. Sie bildeten den Grundstock für die heutige Herde von rund 200 Tieren.

Herde im Merfelder Bruch
iStock / waeske

Das Aussehen erinnert an Tarpane und Koniks

Der Dülmener besitzt ein recht einfaches, aber dennoch ansprechendes Exterieur. Seine klaren Beine mit harten Hufen tragen einen kräftigen Rumpf mit guter Schulter und Kruppe, einen mittellangen Hals mit einem typischen Ponykopf.

Die Farbschläge Gelbfalb, Graufalb und Torfbraun herrschen beim Dülmener vor und weisen auf Wildpferdeahnen hin. Das hat die Rasse mit Koniks und Tarpanen gemein – auch bei diesen Rassen herrscht die grau- und gelbfalbe Farbgebung vor. Weiße Abzeichen sind beim Dülmener sehr selten und wenn dann auch sehr klein. Häufig dagegen kommen dagegen Aalstrich und Zebrierung vor, die typischen Merkmale primitiver Pferde.

Die Zucht ist stark reglementiert

Wesentlich beeinflusst wurde die Zucht von dem Konikhengst Nugat XII, der 1957 von der herzöglichen Verwaltung von dem polnischen Gestüt Popielno gekauft wurde und bis 1963 aufgestellt wurde. Auch heute findet im Merfelder Bruch noch immer das traditionelle Einfangen der Junghengste am letzten Maiwochenende statt, um sie dann an private Käufer zu versteigern.

Der Dülmener – leistungsfähig und vielseitig

Das Leistungsvermögen der Dülmener ist groß und sie geben gute Reit- und Fahrpferde ab, die mit anderen, edleren Rassen durchaus sportlich konkurrieren können. Das Stockmaß der Dülmener liegt zwischen 130cm und 145cm.

 

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwischen 125 und 140 cm
  • Farben: Verschiedenste Falben, keine Abzeichen, Wildpferdkennzeichen (Aalstrich, Zebrastreifen, Mehlmaul etc.)
  • Ursprung und Verbreitung: Deutschland
  • Aussehen / Exterieur: mittellanger Hals, muskulöser Rücken, abgeschlagene Kruppe, trockenes Fundament, harte, kleine Hufe
  • Charakter / Interieur: ehrlich, interessiert, gutmütig, genügsam, aufgeweckt
  • Haupteinsatzgebiete: heute Reit- und Fahrpferd, früher Zugpferd für landwirtschaftliche Arbeiten

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