Kladruber

Der Kladruber ist ein mächtiges Pferd barocken Typs von eindeutig spanischer Herkunft. Bei seiner Größe von rund 168cm Stockmaß (und mehr)sind die Kladruber durch ihren ausdrucksvollen Ramskopf, den mächtigen hoch aufgesetzten Hals und ihre elagante Aktion imposante Wagenpferde.

Die Reitpferdepoints sind nicht so gut ausgeprägt wie bei ihren kleineren Vettern, den Lipizzanern, denen sie im Typ jedoch stark ähneln. Kladruber haben einen relativ flachen Widerrrist, einen etwas langen Rücken und eine gerade, kräftige Kruppe. Ihre Extremitäten sind hart, bei manchmal etwas mangelhafter Korrektheit. Ihre ‚Farbenvielfalt‘ beschränkt sich auf Schimmel und Rappen.

Das im Jahre 1572 gegründete Gestüt Kladrub erlangte 1579 den Status eines Hofgestütes, dessen Aufgabe es war, den Kaiserhof in Wien mit Wagenpferden zu versorgen. Die Schimmel gehen dabei auf den 1775 geborenen Neapolitaner Imperatore zurück, der die beiden Linien Generale und Generalissimus begründete. Die Rappen gehen auf die zwei italienischen Hengste des Marquis Sacramoso zurück. In unserer Zeit musste man dann auf den Friesenhengst Romke zurückgreifen um die Blutbasis der Rappen zu erweitern, wobei auch Shagyas und Lipizzaner mit eingekreuzt wurden.

Der moderne Kladruber ist kleiner und eleganter als sein Vorfahre, behielt aber sein nobles Wesen und Exterieur und eignet sich hervorragend als Fahrpferd. Gezüchtet wird die Rasse noch immer im ehemaligen Hofgestüt Kladrub in Böhmen (Tschechische Republik) und in kleineren Privatzuchten in Mitteleuropa.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Ca. 168 cm
  • Farben: Schimmel und Rappen
  • Ursprung: Tschechien
  • Verbreitung: Österreich, Deutschland, Tschechien
  • Aussehen / Exterieur: audrucksvoller Ramskopf; mächtiger hoch aufgesetzter Hals; relativ flacher Widerrist; langer Rücken; gerade, kräftige Kruppe;
  • Charakter / Interieur: spritziges Temperament, gutmütig, edel, lebt lange
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpferd
  • Allgemeines: starker Trab

Quelle Bild: Hü / public domain

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