Trakehner

Trakehner in einer Winterlandschaft
iStock/ Alexia Khruscheva

Der Trakehner – alte Rasse mit Härte und Charakter

Der Trakehner, früher auch Ostpreußisches Warmblut genannt, zählt zu den Warmblutpferden Deutschlands. Es ist ein qualifiziertes Reitpferd mit dem edlen Kopf eines Vollblüters und dazu wunderschönen Gängen. Zudem ist es bekannt für seine Intelligenz, seinen Arbeitswillen, seiner Ausdauer und Stamina. Im Vergleich zum Hannoveraner ist der Trakehner leichter gebaut.

Ursprung der Rasse

Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm der 1. beschloss zu Beginn des 18.Jahrhunderts ein Gestüt in Trakehnen im nordwestlichen Teil Ostpreußen zu gründen. Er setzte dafür 600 Soldaten ein, die das dortige Sumpfgebiet entwässern mussten. Nach sechs Jahren war diese Arbeit fertig und aus dem unbrauchbaren Land war nun bestes Weideland geworden, vermischt mit Kalk und Phosphor, welches den Pferden ihr hartes Knochengerüst gab.

Trakehner
istock/anjajuli

Der Trakehner – Liebling des Königs

Friedrich Wilhelm der 1. sorgte auch dafür, dass ausgewählte Tiere von anderen königlichen Ställen nach Trakehnen gebracht wurden sowie auch einige Schweiken, die eigentlichen bodenständigen Pferde Ostpreußens. Dazu kamen vor allem Englische Vollblüter und einige Top-Araber, die er aus Polen einführte. Damit begründete er 1732 die Pferdezucht in Trakehnen.

Das Pferd für die Kavallerie

Auch der Sohn von Königs., Friedrich der Große, hatte ganz besonderes Interesse an diesen Pferden, jedoch wurde nach seinem Tod 1786 das Gestüt vom Staat übernommen, welcher dann vor allem Pferde für die Kavallerie züchtete. Das Gestüt überlebte viele Kriege, erlitt dabei jedoch große Verluste. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden dann auch viele Trakehner außerhalb des Gestüts gezüchtet. Es gab insgesamt 15.000 private Züchter mit ca. 25.000 Pferden.

Der Trakehner und der große Treck

Der Zweite Weltkrieg wirkte sich auf die Zucht verheerend aus. Als es dem Ende entgegenging und die Rote Armee den Zuchtstätten in Ostpreußen immer näher kam, nahmen die verzweifelten Züchter ihre Pferde, beluden sie und eventuell vorhandene Wagen mit ihrer Habe und ritten oder fuhren nach Westen in die heutige Bundesrepublik Deutschland. Von den ehemals vielen tausend Trakehnern kamen nur etwa 1.200 in Deutschland an. Sehr bald jedoch fand ein Wiederaufbau der Zucht unter der Schirmherrschaft des Trakehner Verbandes statt.

Die heutige Zucht und der Sport

Wie zu erwarten, zeigte der Trakehner immer schon ein großes Talent für Dressur, Military und Springreiten. So ist er ein Pferd, welches man nahezu überall im Pferdesport einsetzen kann. Er ist ein ebenso elegantes Reitpferd für den Amateurreiter wie ein ausdauerndes und genügsames Sportpferd für den Profireiter, welches auch höchsten Turnieransprüchen gerecht wird. Dabei kann der Trakehner sehr temperamentvoll sein, gelegentlich sogar als recht eigenwillig bezeichnet werden.

 

 

Rassenmerkmale:

  • Größe: zwischen 160cm und 165cm.
  • Farbe: alle einfarbigen.
  • Kopf: Edel, Große, intelligente Augen, kleines Maul.
  • Hals: elegant und sich nach oben verjüngend.
  • Schultern: schräg.
  • Gebäude: mittellang, kräftig, schöner Rippenbogen.
  • Hinterhand: rund, bemuskelt.
  • Gliedmaßen: hart, mit kurzen Röhren und ausgezeichneten Hufen.
  • Aktion: gerade, frei und vorwärtsstrebend.

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