Meine ersten Reitstunden

Ich ging gerade in die dritte Klasse der Hauptschule, als mich auf einmal das Reitfieber packte. So bildete ich mir ein, dass ich unbedingt Reitstunden haben musste. Nun ja meine Mutter sagte, dass ich es erst einmal bei der Sportwoche versuchen sollte. Also wählte ich es. So hatte ich meine ersten 5 Reitstunden. In den Sommerferien bildete ich mir ein wieder einige Reitstunden zu nehmen. Im gleichen Atemzug, als ich mir dies dachte, redete ich schon mit meiner Cousine Julia und ihrem Vater Oswald, ob sie mir nicht einige Reitstunden geben würden. Diese leiteten mich dann zu meiner jetzigen Reitlehrerin weiter. Diese willigte mit vergnügen ein. So machte ich also eine Woche Reiturlaub bei meinem Onkel und meiner Tante.

Ich, stolz wie ich war, hatte ja die ganze Woche, jeden Tage, eine Reitstunde gebucht. Da ich nicht jeden Tag zu diesem Reithof fahren wollte, schlief ich bei meinem Onkel Oswald und meiner Tante Brigitte. Sie wohnten nicht weit entfernt, also konnte ich locker mit dem Rad zu meinen Reitstunden düsen.

Mein Gott war ich nervös. Heute sollte ich meine erste Reitstunde haben. Ich dachte ich sterbe vor Angst. Als ich bei meiner Reitlehrerin Hemma ankam, stellte sich bald heraus, dass die Reitstunde nicht so schwierig werden würde wie ich dachte. Als erstes wurde mir die ganze Ausrüstung gegeben wie zB der Helm.

Mein Reitpferd war die Haflingerstute Alina, die mich die nächste Woche auf ihr tragen würde. Bevor es jedoch in das Viereck ging, musste ich Alina putzen und striegeln und ihr die Hufe auskratzen. Vor diesem Szenario den Hufauskratzens hatte ich die meiste Angst. Hemma half mir freundlicherweise beim Satteln und Zäumen der gutmütigen Stute Alina.

Nun ging es ab ins Viereck. Dort nahm mich Hemma gleich einmal an die Loge um zu sehen, was ich schon konnte und wie ich im Sattel saß. Sie lobte mich gleich am Anfang. Mein einziges Mängelchen war, dass ich meine Fersen nie weit genug unten hatte. Diesen kleinen Mangel habe ich bis jetzt noch nicht perfekt ausmerzen können und jetzt bin ich schon geschlagene 16 Jahre alt.

Etwas später ließ Hemma mich auf Alina die Mühle machen. Oh du meine Güte!!!!!! Dies sage ich jetzt noch. Als ich sie schon fast gemacht hatte und zur letzten Drehung ansetzte verlor ich das Gleichgewicht und viel beinahe auf der anderen Seite von Alinas Sattel herunter. Gott sei Dank konnte mich Hemma noch rechtzeitig auffangen und ich schaffte es mich ohne zu fallen in Reitrichtung in den Sattel. Zum Schluss, da ich anscheinend so brav war, durfte ich noch einige Runden, ohne an der Loge zu sein, frei reiten.

Die erste Reitstunde war beinahe ein tadelloser Erfolg geworden, hätte mich bei der Mühle nicht das Gleichgewicht verlassen.

Am Abend viel ich total müde ins Bett doch am nächste Tag ging es schon wieder sofort weiter.

Im laufe der Woche durfte ich immer öfter frei reiten. Auch schon im Trab. Die Woche war ein voller Erfolg für mich. Noch jetzt denke ich an diese Woche zurück und muss immer wieder darüber lächeln, wie ich mich damals angestellt habe. Heute fahre ich in den Sommerferien oft 2 mal pro Woche zu Hemma um bei ihr Reitstunden zu nehmen.
Immer wieder lerne ich neue Dinge dazu.

eingesandt und geschrieben von Elisabeth Kowald

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