Sagitta – ein ostpreußischer Reitertraum

Geenrtet sind die Felder,
die Lüfte wie Kristall.
Grün, rot und goldene Wälder
und leiser Blätterfall. –
Das Wiehern junger Pferde
klingt wie Fanfarenlaut.
Streng duftet heut‘ die Erde
nach herbstlich welkem Kraut.

Zu einer Eiche Füßen
ein Reiter einsam ruht.
Seine Gedanken grüßen
das ferne Heimatgut,
grüßen die edlen Pferde,
der Kameraden Zahl,
diee in der fremden Erde
schlummern. Es war einmal…

Der Reiter legt sich nieder,
sein Herz ist schwer und müd‘.
Er summt das Lied der Lieder:
Ostpreußens Reiterlied.
Und wie ein Kind vom Weinen
Schließt er die Augen sacht,
von grün und goldenen Hainen
träumt er und Roter Jagd.

Ein fernes Stampfen, Dröhnen
Schwillt an zum Donnerchor,
mit hellen Hörnertönen
bricht’s aus dem Wald hervor.
Das Läuten klingt der Meute
wie lauter Jubelruf
wie Trommelwirbel heute
das Feld vom Pferdehuf.

In edlem Übermute
Sagitta sprengt voran.
Gold glänzt das Haar der Stute,
es jauchzt der Reitersmann.
Die roten Räcke leuchten
im klaren Sonnenschein,
der Herbsttau perlt im feuchten
Gras wie Champagnerwein.

Jetzt der Trakehner Graben
schon blieb er weit zurück,
und bald erreicht sie haben
das graue Koppelrick.-
Das Rick wächst hoch udn höher,
dahinter gähnt ein Grab.
Das Feld jagt nah und näher,
die Ersten setzen ab…

Sagitta stürumt zum Himmel
zu Sankt Hubertus Schloß,
dicht folget das Getümmel
von Meute, Mann und Roß.
Halali! tänt ganz ferne
und weich ein Hörnerklang
die frühen Abendsterne
die flüstern: Waidmannsdank!

Der Reiter hebt vom Schlummer
sich unterm Eichenbaum
Verflogen ist sein Kummer
nach diesem Reitertraum.
Er weiß: sie reiten droben
genau wie auf der Erd‘,
zu ewigem Ruhm erhoben,
der Reiter und sein Pferd!

Aus dem Buch: „Die Pferde mit der Elchschaufel – Das Schicksal der Trakehner“; Dem Andenken meines 1945 bei Danzig gefallenen Pferdes – Botho von Berg

eingesandt von Simone Kremmer

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