Hackney

Der Hackney – erst Reit- dann Gespannpferd

Heutzutage wird der die Warmblutrasse Hackney fast ausschließlich als Wagenpferd eingesetzt, doch in den Anfangszeiten der Zucht im 18. Jahrhundert war der Hackney vorwiegend ein Reitpferd. Erst als man begann bessere Straßen zu bauen, auf denen schnelle Pferde mit leichten Wagen auch gut vorankamen, wurde er vor dem Wagen eingesetzt. Hier bewährte er sich aufs Beste, glänzte mit seinem Trab, seiner Eleganz und seiner beachtlichen Vorderhandaktion. So wurde aus dem Reitpferd ein sehr beliebtes Wagenpferd.

Die Wiege der Rasse ist England

Die Hackney-Zucht entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert im Osten von Yorkshire und in East-Anglia. Sie entstand damals aus zwei verwandten Traberzuchten, dem Yorkshire Hackney und dem Norfolk Roadster. Beide Pferde hatten einen berühmten Vorfahren, The Original Shales, von Blaze, der wiederum ein Sohn von Flying Childers war, welcher direkt auf Darley Arabian zurückgeht. Die Muttertiere von Original Shales wurden als Hackneys bezeichnet.

Eine Rasse, zwei Schläge

Heute noch werden beide Pferdetypen, der beiden genannten Gegenden in unterschiedlichen „Versionen“ gezüchtet. Die Norfolk-Version ist äußerlich dem Cob ähnlicher, der Yorkshire-Typ hat mehr Klasse. Inzwischen wurde damit begonnen, die beiden Typen zu mischen, wobei sich die jeweils besten Merkmale so vererbten, dass ein modernes, elegantes Pferd entstanden ist. Die auffallende Trabaktion ist teilweise angeboren, teilweise wird sie trainiert, unter anderem durch schweren Hufbeschlag. Wird die Aktion zu früh verlangt, kann sie sich beim erwachsenen Pferd auch wieder verlieren.

Der Hackney – das ideale Show-Pferd

Der moderne Hackney ist häufig auf britischen Horse-Shows zu sehen. Er wird vor allem für seine hohe Knieaktion bewundert. Aber auch in anderen Ländern – den Vereinigten Staaten, Australien, Südafrika, Kanada und vielen europäischen Ländern, vor allem Holland – ist der Hackney heute sehr beliebt.

Einfluss auf viele Zuchten

Im Hinblick auf die Zucht ist der Hackney in viele verschiedene Rassen eingekreuzt worden, mal um etwas mehr Leichtigkeit in eine Rasse zu bringen, mal um die typische Vorderhand-Aktion des Hackneys zu erzielen. So sind Hackneys unter anderem bei den Gelderländern und dem Australian Pony zur Verbesserung der Zucht eingesetzt worden.

Rassenmerkmale:

  • Größe: zwischen 146cm und 155cm, Pferde mit mehr als 163cm Widerristhöhe sind aber keine Seltenheit. Hackey-Pony: bis etwa 145cm.
  • Farbe: meistens Braune in allen Schattierungen, aber auch Füchse. Das Fell ist fein und seidig.
  • Kopf: klein, konvex. Kleines Maul. Große Augen und kleine Ohren
  • Hals: lang und schön geformt
  • Schultern: kräftig mit niedrigem Widerrist.
  • Gebäude: kompakt mit großer Gurtentiefe. Schweif wird hoch getragen.
  • Gliedmaßen: kurze Beine und starke, tief untergreifende Gelenke. Gut geformte Hufe.
  • Aktion: Brillanz und Korrektheit müssen vorhanden sein. Im Stand wie in der Bewegung hat das Pferd ganz eindeutige Charakteristika. Die Aktion kommt frei aus der Schulter heraus, sehr hoch, jedoch wenig raumgreifend. Die Bewegung der Hinterhand darf der der Vorhand in nichts nachstehen. Im Stand zeigt das Pferd gerade Vorderbeine, die Hinterbeine werden leicht nach hinten gestreckt, so daß es über viel Boden steht. Der Kopf wird sehr hoch gehalten, mit aufmerksam gespitzten Ohren und wachsamen Augen.

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