Hunter

Gruppe von Jagdreitern mit einer Meute
iStock/Roger_Mechan

Der Hunter – keine Rasse sondern ein Typ

Ein Hunter ist im Prinzip jedes Pferd oder Pony, welches seinem Reiter ein sicheres Gefühl bei Jagdritten gibt. Dabei hat er einige besondere Merkmale. Der Hunter ist ein ziemlich großes Reitpferd, selten mit Stockmaß unter 165cm. Diese Pferde haben Kaliber und ein gutes Gebäude, Ausdauer, Kraft und gutes Springvermögen, so dass sie ohne weiteres einen harten Jagdtag meistern können.

Der Hunter in England

In Großbritannien hat das Jagdreiten Tradition. Auch heute noch werden regelmäßig Jagdritte veranstaltet. Zum Einsatz gebracht wird dann gerne ein Pferd im Hunter-Typ. Davon gibt es die unterschiedlichsten Typen, je nachdem, über welches Gelände die Jagdritte gehen sollen. So gibt es in den englischen Grafschaften mit ihren schönen, zum Galoppieren einladenden Grasflächen Hunter, die mehr im Vollbluttyp stehen, während in Gegenden mit mehr Landwirtschaft ein schwereres, kräftiges Pferd mit kürzeren Beinen bevorzugt wird.

Der Hunter in den USA

Auch in den USA ist der Hunter seit einigen Jahren besonders begehrt. Dort gibt es im Turniersport die Hunter-Klasse, die sich sehr großer Beliebtheit erfreut, vor allem bei den Amateuren und Freizeitreitern. Dabei geht es darum die Hindernisse mit guter Manier zu bewältigen, flüssig und mit harmonischem Ablauf. Gefragt sind entsprechend Pferde, die viel Veranlagung für das Springen mitbringen, Freude daran haben, zum Sprung ziehen und ihn mit Stil bewältigen – was den Hunter prägt. Wichtig: Dabei geht es nicht darum die höchsten Hürden zu nehmen.

harmonisch springendes Pferd in einer Prüfung
iStock/Marta_Kent

Die besten Hunter kommen aus Europa

Als Hunter sind in den Springprüfungen der Hunterklasse in den USA vor allem Warmblüter beliebt. Oft stammen diese Pferde aus Holsteiner, Hannoveraner, Westfälischer oder Oldenburger Zucht oder sind bei den Holländischen Warmblütern registriert. Der Verkauf von Pferden aus Europa in die USA floriert, und die Hunter aus Europa sind in den Staaten sehr begehrt.

Der Hunter – ein Traum von einem Pferd

Einer der größten und vielseitigsten Horsemen Großbritanniens, Reginald S. Summerhayes, beschrieb den idealen Hunter wie folgt:

»Er muß vollkommen gesund sein und auf den besten Beinen stehen, die man sich denken kann, der Körper muß großrahmig sein und genügend Platz  für Herz  und Lungen bieten, um den großen Anforderungen gerecht zu werden. Der Kopf muß zum Gebäude proportionsmäßig passen, und auch der Hals muß lang sein, damit ihn das Pferd gut strecken kann, um die Balance bei schwierigen Passagen halten zu können. Vor allem aber muß ein Hunter couragiert und tapfer sein, er darf nie ermüden und muß sich auch mal selbst helfen können (ein fünftes Bein finden), wenn er in eine unangenehme Situation gerät. Er muß nicht unbedingt jeden Zaun mitnehmen, aber doch die Hindernisse mutig angehen, die zu überspringen man von ihm fordert. So ist also das ideale Jagdpferd ein Vollblüter oder ein Pferd, das dem Vollblüter sehr nahesteht.«

Die Hunterzucht – eine Herausforderung

Dass Vollblüter tatsächlich die besten britischen Hunter hervorgebracht haben, ist von der Hunter’s Improvement and National Light Horse Breeding Society (HIS) längst anerkannt. Da aber die enormen Kosten der Vollblutzucht, die eng mit der Rennindustrie zusammenhängen, die Mittel eines durchschnittlichen Jagdreiters und Züchters übersteigen, hat man ein neues System eingeführt. Die mit Sorgfalt nach Gebäude, Erscheinung und Aktion ausgewählten Vollbluthengste werden zu bezahlbaren Preisen den Stuten der Mitglieder zugeführt. Viele Nachkommen solcher »Premium«-Hengste haben sich so schon in zahlreichen Sportarten bewährt, nicht nur bei Jagdritten.

Für alle Fälle das richtige Pferd

Vom Pferdetyp Hunter gibt es in Großbritannien drei Versionen: den leichten Typ, den mittleren Typ und den Gewichtsträger. Diese Klassen werden nach Körperbau, Aktion und Rittigkeit eingeteilt, aber nicht – wie in Amerika – nach Springvermögen. Das bezieht sich in Großbritannien nur auf die Arbeits-Hunter. Besonders berücksichtigt werden dabei Galoppierfähigkeit und -freudigkeit. Einer der wohl bekanntesten Vertreter dieses Typs dürfte Goodwill sein, den Prinzessin Anne ritt. Aber auch Merely-a-Monarch unter Anneli Drummond-Hay oder Special Edition unter Diana Mason sorgten für großes Aufsehen.

Der Hunter – ein cooler Typ

So werden also die verschiedensten Pferde zu Huntertypen gezüchtet, obwohl es nicht den typischen Hunter gibt. Die Pferde erkennt man jedoch meist an ihren vielseitigen Talenten. Sie sind sehr beliebt als Freizeitpferde in Reitställen und Reitschulen, da sie auch den oft großen Anforderungen eines Schulpferdes gewachsen sind. Andererseits nehmen sie teil an Jagdritten, Militarys, Springturnieren, Gymkhanas (Reiterspielen) und auch an Distanzritten.

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: Zwischen 150 und 175 cm
  • Farben: Alle
  • Ursprung und Verbreitung: Großbritannien, Irland, seit einigen Jahren auch in den USA
  • Aussehen / Exterieur: meist verhältnismäßig großer Kopf, kurzer Hals; schräge, lange Schultern; muskulöser, breiter Rücken; leicht sinkende Kruppe; stabiles Fundament;
  • Charakter / Interieur: zäh, ausdauernd, trittsicher
  • Haupteinsatzgebiete: Jagdpferd
  • Allgemeines: beherrscht die Grundgangarten gut, großes Springvermögen

 

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