Araber (Arabisches Vollblut)

Brauner Araber für die Show herausgebracht
iStock/Alexia Khruscheva

Der Araber – Pferd gewordener Traum aus der Wüste

Der Araber nimmt eine ganz besondere Position in der Welt der Rassepferde ein. Nicht nur, das seine Zucht als die älteste überhaupt anerkannt ist, er ist auch in vielen Zuchten auf der ganzen Welt mit eingekreuzt. Der eigentliche Ursprung der Araber ist nicht bekannt, doch wurde die Arabische Halbinsel (wo das Pferd schon 5000 Jahre vor Christi Geburt gezüchtet wurde) als Heimatland offiziell anerkannt. Es besteht kein Zweifel, dass die von ihren Pferden begeisterten arabischen Stammesväter es nicht erlaubt haben, dass fremdes Blut in ihre Pferdezucht eingekreuzt wurde. Schon Jahrhunderte vor anderen Zuchten ist die des Arabers entstanden. Das Heimatland forderte vom Pferd Gesundheit, Ausdauer, Stärke, Schnelligkeit und Mut. Diese Eigenschaften wurden von Generation zu Generation weitervererbt.

Das Arabische Vollblut hat viele Rassen veredelt

Das Englische Vollblut wurde vom Arabischen Vollblut begründet und zwar durch die Vererberhengste Darley und Godolphin Arabian und Byerley Turk im 17. und 18. Jahrhundert. Arabische Pferde waren allerdings schon vorher auf dem europäischen Festland bekannt, da sie schon im 7. Jahrhundert von den Mauren über Nordafrika auf die Iberische Halbinsel gebracht wurden, wo sie auch die Zucht der Spanischen Pferde beeinflussten. In den folgenden Jahrhunderten verbreitete sich die Zucht über den ganzen Kontinent und spielte eine große Rolle in der Entwicklung fast aller heutigen europäischen Pferderassen. Angefangen beim Russischen Donpferd über den österreichischen Haflinger und den Lipizzaner und sogar das schwere Kaltblutpferd Percheron hat arabisches Blut in sich. Fast alle bodenständigen englischen Ponys sind ebenfalls von den Arabern beeinflußt. Die Spanier brachten die Araber auch nach Amerika, wo sie die dortigen Pferderassen mit beeinflußten, wie etwa das Morgan-Pferd.

Araber auf der Weide
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Araber-Züchtungen gibt es auf der ganzen Welt

Reingezogene Araber gibt es heute in vielen Gestüten der ganzen Welt, vor allem in Europa (Polen, England, Ungarn, Bundesrepublik Deutschland, Spanien, Frankreich, UdSSR), aber auch in Amerika und Australien. Dadurch sind unterschiedliche Typen entstanden. Der »Wüsten«-Araber oder Ägyptische Araber hat heute noch den berühmten charakteristischen feinen Kopf mit der konkaven Nasenlinie, die trockenen Beine und vor allem die Ausdauer. Andererseits hat er etwas zu kurze Beine und einen zu kurzen Hals.

Der Vollblut-Araber – jedes Land hat seine Variation hervorgebracht

Die Rasse des Vollblut-Arabers ist in vielen Ländern gezüchtet worden. Dabei haben sich sehr unterschiedliche Ausprägungen entwickelt, je nachdem wie die Selektion ausgerichtet war. Neben dem klassischen Araber aus der Wüste, der als Pferd der Nomaden eng mit dem Menschen lebt, gibt es inzwischen viele Zucht-Richtungen, die sich vor allem durch optische Merkmale unterscheiden.

So haben die spanischen Araber einen fast geraden Kopf und gerade Schultern. Die polnischen Araber (berühmt ist das Gestüt Janow Podlaski) weisen ebenfalls oft einen geraden Kopf auf, sind im Körperbau oft etwas kräftiger, entwickeln aber sehr gute Schultern, Gliedmaßen und eine kräftige Hinterhand. Die Zucht der polnischen Araber ist ausschließlich auf Leistung ausgerichtet. Die Hengste müssen sich auf der Rennbahn beweisen, bevor sie zur Zucht zugelassen werden.

Schönheit, Eleganz, Leistung – der Araber bringt alles mit

Das berühmteste Gestüt in Großbritannien ist im Crabbet Park. Gestütsgründer sind Wilfred und Lady Anne Blunt. Sie haben den ganz charakteristischen Crabbet-Typ entwickelt, der mehr Substanz hat als andere Araber und der auch die Grundlage für die Zucht in Amerika und Australien wurde. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es das berühmte Gestüt in Marbach auf der Schwäbischen Alb. Hier wird vor allem der Typ des Showpferds gezogen, mit konkavem Profil und großen Nüstern.

Der Vollblut-Araber wird als Sportpferd aufgrund seines hohen Tempos und seiner Ausdauer gerne auf Rennbahnen und als Distanzpferd eingesetzt. In der Dressur und im Springen sind Araber dagegen wenig zu sehen. Es entspricht dem Temperament des Arabers eher sich reaktionsschnell und mit Tempo vorwärts zu bewegen. Dabei ist der Araber sehr sensibel und intelligent.

Herde junger Araber
iStock/acceptfoto

Rassenmerkmale:

  • Stockmaß: höchstens 160 cm; Durchschnittsgröße bei 147 cm.
  • Farben: Braune, Füchse, Rappen, Schimmel.
  • Kopf: sehr kurz und edel mit konkaver Nasenlinie. Kleines Maul mit besonders sanfter Haut und großen Nüstern. Sehr große Augen, die etwas tiefer im Kopf liegen als bei anderen Pferderassen. Kleine, edle, bewegliche, nach innen geschweifte Ohren. Die konkave Nasenlinie des Arabers ist berühmt, doch ist sie nicht mehr bei allen Individuen vorhanden.
  • Hals: normal lang, gut aufgesetzt, führt in eleganter Kurve zum Kopf ebenso wie in den Brustkorb. Da durch sehr freie Bewegung des Kopfes möglich. Mähne und Schopf von feinem, seidigem Haar.
  • Schultern: schräg, aber nicht so wie beim Englischen VolIblut. Ausgeprägter, aber nicht zu starker Widerrist.
  • Rücken: kurz und leicht konkav. Kräftige Lenden, lange Kruppe.
  • Gebäude: tiefe Brust und große Gurtentiefe.
  • Hinterhand: edel mit hoch aufgesetztem, seidigem Schweif.
  • Gliedmaßen: klar, hart und trocken mit gut ausgeprägten Sehnen. Auch die Hinterbeine kräftig und wohlgeformt.
  • Aktion: schöner, freier Schritt mit viel Bewegung aus der Schulter. Vor allem im Trab kommt die schwebende Vorwärtsbewegung gut zur Geltung.

 

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